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Georg Friedrich Händel

Ode For St Cecilia’s Day

Carolyn Sampson, Ian Bostridge, Polish Radio Choir, Dunedin Consort, John Butt

Linn/Note 1 CKD 578
(61 Min., 3 & 4/2018)

Die „heaven’ly harmony“, von der im Text des ersten Chores die Rede ist, bleibt nicht bloß ein Wort: Weich und homogen wie beste Sahne ist der Sound des Vokalensembles, das sich aus acht „originalen“ Sängerinnen und Sängern und dem „Polish Radio Choir“ zusammensetzt. Zuvor schon in den instrumentalen Einleitungssätzen hat John Butts handverlesenes Orchester ähnliche Qualitäten bewiesen. Einen gewissen Kontrapunkt dazu setzen allerdings die beiden Gesangssolisten: Carolyn Sampson und Ian Bostridge stehen nicht oder zumindest nicht mehr für eine ganz vibratoarme Art zu singen, wie sie ansonsten diese und auch andere Einspielungen von Butt bestimmt. Nichtsdestotrotz: Sampson klingt immer noch divin, wo sie ihr Vibrato bezwingen kann – das gelingt ihr oft, aber nicht immer. Bostridge punktet immerhin über sein typisch englisches, also obertonreich-kopfstimmgeprägtes Timbre. Aber ein typischer Händeltenor ist er kaum. Zudem läuft seine Stimme in der Vollhöhe nicht mehr immer ganz rund. Insofern ist diese Produktion hinsichtlich der stilistischen Ausrichtung der zusammengeführten Kräfte ein interessantes Experiment, und die Frage nach dem Gelingen kann durchaus Gegenstand der Diskussion sein.

Michael Wersin, 10.11.2018



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