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Giacomo Puccini

Puccini In Love

Aleksandra Kurzak, Roberto Alagna, Sinfonia Varsovia, Riccardo Frizza

Sony 19075859832
(65 Min., 2/2018)

„Wie sich die Bilder gleichen“. So lautet nicht nur der erste, hier sehr getragen interpretierte „Tosca“-Ausschnitt, dem weitere neun aus sieben Opern von Giacomo Puccini folgen. Ja, hier wird sie gefeiert, die Liebe beim letzten der großen, populären italienischen Opernkomponisten. Aber zugleich ist das selbst eine Inszenierung, ein Aufguss freilich. Wie sich die Bilder gleichen: Vor über zwei Jahrzehnten nämlich heiratete Roberto Alagna seine zweite Frau, die so schöne, talentvolle wie kapriziöse Angela Gheorghiu, am Morgen einer „La Bohème“-Vorstellung in New York. Schon damals war also „Puccini In Love“. Das Paar machte Schlagzeilen, verzauberte die Opernwelt, und die EMI verkaufte fleißig CDs. Inzwischen ist der Markt geschrumpft, Alagna wurde geschieden und wechselte zur Deutschen Grammophon. Auch schon wieder Vergangenheit! Im Spätsommer seiner Karriere heuerte der so freigiebige wie eigenwillige (die jüngste Bayreuth-Absage!) Italofranzose nun bei Sony an, dorthin seiner Gattin Nummer Drei folgend, der polnischen Sopranistin Aleksanda Kurzak. Und wieder muss zum Label-Debüt Puccini herhalten, gibt man die Love Birds und möchte noch einmal als Opera Power Couple glitzern. Doch jetzt müssen wir Strauss zitieren: „Jedes Ding hat seine Zeit“ – „ist halt der Lauf der Welt“. Hier glimmt es nur. Sehr gemächlich zockeln Riccardo Frizza und die Sinfonia Varsovia klanglich durch Rom, Yokohama, Paris und den Goldenen Westen. Alagna fängt mit körniger, teils aus dem Fokus rutschender, gnädig weit weg vom Mikrofon platzierter Stimme die Ernte ein, in deutlich reduzierter Form. Kurzak, korrekt, aber mit wenig charakteristischem Timbre gesegnet, passt sich klug und geschmeidig an. Ein Fan-Artikel – und ein Liebesgeschenk. Nicht Puccini, sondern „Alagnas In Love“. Sollen sie. Braucht aber sonst keiner.

Matthias Siehler, 17.11.2018



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