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André Campra

L’Europe galante

Isabelle Druet, Caroline Mutel, Nicolas Courjal u. a. Les Nouveaux Caractères, Sébastien d’Hérin

Château de Versailles Spectacles/Note 1 CVS 002
(123 Min., 11/2017) 2 CDs CDs

„Ich habe mich mit meiner ganzen Kraft bemüht, die Feinheit der französischen Musik mit jener der italienischen zu verbinden.“ Mit diesen Worten leitete der französische Barockmeister André Campra einmal einen Band mit Kantaten ein. Campras Italianità lag natürlich in seinen Genen begründet, immerhin war der in Aix-en-Provence geborene Komponist der Sohn eines Italieners. Doch Campra konnte sich gleichermaßen für die Musik naher und ferner Länder begeistern, für Spanien, aber auch für den Orient. In seiner 1697 komponierten Ballettoper „L’Europe galante“ vereinte er nun gleich vier Klangidiome miteinander, um quasi ein musikalisches Bild von den amourösen Gepflogenheiten in Frankreich, Spanien, Italien und dem Osmanischen Reich zu geben. Extrem charmant gibt sich der französische Liebhaber im 1. Akt. Temperamentvoll bis aufbrausend kommen die Spanier (2. Akt) und die Italiener (3. Akt) in Liebesdingen daher. Und das Finale lädt zu einem Besuch in einem Harem ein, in dem es zugleich musikalisch hoch hergeht. Da preist der Chor den Sultan in den herrlichsten Tönen, und mit peppigem Dschingderassa ziehen die gleichsam orientalisch gewandeten Musiker des grandiosen französischen Alte-Musik-Ensembles Les Nouveaux Caractères da ihre Runden. Überhaupt hat Dirigent Sébastien d’Hérin bis hin zur Auswahl des Vokalquintetts alles richtig gemacht, um dieses „galante Europa“ in das reinste Barockvergnügen zu verwandeln.

Guido Fischer, 22.11.2018



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