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Franz Schubert, Friedrich Burgmüller

„Die Nacht“ (Arpeggione-Sonate, Lieder, Nocturnes Nr. 1 - 3)

Anja Lechner, Pablo Márquez

ECM/Universal 4817172
(56 Min., 11/2016)

Trotz fehlender Dokumente hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Franz Schubert sich immer wieder mal als Freizeitgitarrist betätigt haben soll. Es könnte aber durchaus sein. Immerhin schätzte er die Gitarre und erlaubte es sogar, dass man auf ihr seine im Original für Klavier geschriebenen Lieder begleitet. Zudem existiert eine Sammlung von rund 40 Liedarrangements, die aus Schuberts Umfeld für Stimme und Gitarre herausgegeben wurden. Aus diesem Konvolut stammen auch die vier Lieder „Nacht und Träume“, „Fischerweise“, „Meeres Stille“ sowie „Die Nacht“ (aus „Die Winterreise“), die die Cellistin Anja Lechner und der Gitarrist Pablo Márquez für ihr stimmungsvolles Duo-Recital ausgesucht haben. Komplettiert wird das Programm von zwei eigenen Arrangements („Der Leiermann“ sowie die Romanze aus „Rosamunde“).
Neben der berühmten Arpeggione-Sonate von Schubert erklingen drei Nocturnes, die der gebürtige Regensburger und Schubert-Zeitgenosse Friedrich Burgmüller tatsächlich für die ungewöhnliche Besetzung Cello & Gitarre komponiert hat. Gutmütig, im besten Biedermeier, kommen diese drei klingenden Nachtvignetten daher. Trotzdem liegt auch in ihrer Einfachheit ein Zauber, den Lechner mit ihrem ungemein kantablen Spiel zu veredeln versteht. Gleiches gilt für die intimen und melancholischen Liederwelten Schuberts. Der Gitarrensatz ist zwar ebenfalls denkbar unaufgeregt gestaltet. Da es aber auch bei dieser Musik um Seelentiefe und Ausdruck und so gar nicht um bravouröse Griffbrett-Artistik geht, bilden Pablo Márquez und Anja Lechner ein vertrautes Musikerpaar, das mit seinem Spiel diese musikalische Intimität überzeugend umsetzt.

Guido Fischer, 01.12.2018



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