Responsive image
Georg Friedrich Händel

Liebesarien und -duette

Sandrine Piau, Gloria Banditelli, Europa Galante, Fabio Biondi

Opus 111/Helikon OPS 30-174
(71 Min.) 1 CD

Liebende finden viele Töne: Töne des Glücks, der Sehnsucht, der Verzweiflung und der Eifersucht. Die Programm-Idee, in Händels Opern nach jenen komponierten Wunden zu suchen, die von Pfeilen aus Amors Köcher stammen, zeitigt denn auch erwartungsgemäß tiefe, innige und durchaus abwechslungsreiche Resultate. Dabei sind die Dichte, der Erfindungsreichtum und die Vitalität des amourösen Potpourris maßgeblich den Ausführenden zu verdanken: Sandrine Piau und Gloria Banditelli verleihen den ausgewählten Arien und Duetten vom “Lascia ch’io pianga” aus “Rinaldo” (von 1711) bis hin zum “Per le porte del tormento” aus “Imeneo” (von 1740) eine Strahlkraft und Glaubwürdigkeit, die von Fabio Biondis mit klangfarblichem Reichtum und großer Gefühlskraft begleitendem Kammerensemble “Europa galante” wirkungsvoll gestützt wird.
Plastisch gewinnen da die betrogenen, beglückten, die hoffenden und die enttäuschten Liebenden in dramaturgisch geschicktem Wechsel individuelle Gestalt. In den eingeschobenen Instrumentalwerken - der Sonate für zwei Violinen und Basso continuo sowie dem Concerto a quattro D-Dur - beweisen die Musiker des italienischen Streichorchesters zudem zwingend, dass Gefühle auch ohne Worte sprechend dargestellt werden können.

Susanne Benda, 31.03.1997



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Was erlauben Patricia Kopatchinskaja? Mit Vivaldi hat dieses Album jedenfalls herzlich wenig zu tun, zumindest mit jenem barocken Konzertvielschreiber- und Vier-Jahres-Zeiten-Vivaldi, dessen Klangsprache man mittlerweile doch recht gut zu kennen glaubt. Zwar spielt die exzentrische, das Risiko liebende, nie Gewöhnliches abliefernde Geigerin auf „Whatʼs next, Vivaldi?“ offiziell dessen Solokonzerte – doch wie bitte tut sie das!? Die Tempi sind aberwitzig schnell, als ginge es um Rekorde. […] mehr »


Top