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Sergei Prokofjew, William Walton, Ralph Vaughan Williams

Violinkonzert Nr. 1, Violakonzert, The Lark Ascending

Isabelle van Keulen, NDR Philharmonie, Andrew Manze, Keri-Lynn Wilson, Andrew Litton

Challenge Classics/New Arts International 05712504
(63 Min., 2015, 2018)

Lediglich sechs Jahre lagen zwischen den Uraufführungen des 1. Violinkonzerts von Sergei Prokofjew (1923) und William Waltons Bratschenkonzert (1929). Und auch wenn kein intensiver Austausch zwischen dem Russen und dem Engländer belegt ist, ist man doch verblüfft, wie nah sich die beiden Werke sind, was ihren nachdenklichen Espressivo-Gehalt, ihren bittersüßen Atem und diese nicht zur Schau gestellte Virtuosität angeht. Walton soll laut beiliegendem Booklet das Prokofjewsche Opus bewundert haben. Wenn man jetzt die Niederländerin Isabelle van Keulen mit diesen Werken hört, glaubt man es umso mehr. Zumal van Keulen hier wie da, auf der Violine wie auf der Bratsche, genau diese Balance aus emotionsgesättigtem Spiel, lyrischer Dringlichkeit und spannungsvoller Klarheit findet, die diese auch von der Spätromantik geküssten Klassiker der Moderne so packend und faszinierend machen. Und was für einen makellosen, aus sich heraus leuchtenden Ton van Keulen ihren beiden Streichinstrumenten zudem entlocken kann, beweist sie beispielsweise gegen Ende des Eröffnungssatzes des Prokofjew-Konzerts und des Finales bei Walton. Als idealer Partner erweist sich dabei die NDR Philharmonie. Wobei im Laufe des Albums, bis zum verlockend-schönen Violingesang van Keulens in Ralph Vaughan Williams Evergreen „The Lark Ascending“ das Pult-Personal ständig ausgetauscht wird – von Andrew Manze (Prokofjew) über Keri-Lynn Wilson (Walton) bis hin zu Andrew Litton (Vaughan Williams). Dennoch besitzt diese Aufnahme einen wunderbar großen Bogen, wie aus einem Guss.

Guido Fischer, 15.12.2018



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