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Jan Ladislav Dussek

Concerto für zwei Klaviere, Klavierquintett, Notturno concertant

Olga Pashchenko, Alexei Lubimov, Finnish Baroque Orchestra, META4

Alpha/Note 1 ALP416
(87 Min., 1/2018)

Wo immer der Böhme Jan Ladislav Dussek (1760 - 1812) gastierte, ob in St. Petersburg, London oder Paris – überall wurde er als Pianist auf Händen getragen. Und auch als Mensch und Komponist hatte er viele Freunde. Wie Joseph Haydn, der Dussek als „rechtschaffensten, gesittetsten und in der Tonkunst vortrefflichsten Mann“ beschrieb. Sein Ruhmesstern wie auch sein vorrangig aus Klavierwerken bestehendes Schaffen sollten jedoch prompt mit seinem Tod in Vergessenheit geraten. Vor einigen Jahren nahm sich immerhin Andreas Staier zweier Klavierkonzerte von Dussek an. Und erst vor wenigen Monaten steuerte Staiers Fortepiano-Kollege Alexei Lubimov einen Beitrag zu einer Gesamteinspielung sämtlicher Klaviersonaten bei.
Für seine zweite Dussek-Hommage hat Lubimov nun diverse finnische Mitstreiter sowie Olga Pashchenko eingeladen, die gleichermaßen auf das historische Klavierspiel abonniert ist. Auf Instrumenten der Entstehungszeit begegnet man aber jetzt nicht nur dem für die klassische Empfindsamkeit offenen Klaviervirtuosen Dussek, etwa in seinem Concerto für zwei Klaviere op. 63 (1805/06). Man lernt auch den Kammermusikkomponisten anhand zweier unbedingt hörenswerter Werke kennen: Aus dem Jahr 1799 stammt das Klavierquintett op. 41, bei dessen Londoner Premiere der einst gefeierte Kontrabassist Domenico Dragonetti mitwirkte. Und besonders der langsame Satz zeigt Dussek weniger als Zeitgenossen Beethovens als vielmehr des Mozart-Lehrers Haydn. Nicht weniger apart fällt das zweisätzige Notturno concertant op. 68 für Fortepiano, Violine und Horn(!) aus. Wobei das einleitende „Andantino“ sich erst herrlich melodienselig und dann fast mit wienerischem Einschlag tänzerisch beschwingt zeigt. Dass auch hier der Funke sofort überspringt, verdankt sich einmal mehr Lubimov und seinen Dussek-Friends.

Guido Fischer, 22.12.2018



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