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Una noche con Rubén Blades

Jazz At Lincoln Center Orchestra, Wynton Marsalis

Blue Engine Records/Galileo BE 0013
(77 Min., 11/2014)

Fantastisch! Am 15. November 2014 vereinten sich die Stimme von Rubén Blades, die Klangfülle und lässige Präzision des Jazz At Lincoln Center Orchestra und die rhythmische Kraft von fünf Perkussionisten, die Blades mitgebracht hatte, zu einem Salsa-Konzert der Extraklasse. Carlos Henriquez, der Kontrabassist des Orchesters, hatte Arrangements vorbereitet, deren Qualität weit über den Durchschnitt für derartige Produktionen hinausragen. Dass mehrstimmige, farbenprächtige Tutti die Gesangs- und Instrumentalpassagen begleiten, spricht für seine Klasse und seine Liebe zu dieser Musik.
Vom ersten Ton von „Ban Ban Quere“ bis zum letzten von „Patria“ halten Orchester, Perkussionisten und Sänger die Spannung hoch. Blades hat hörbar seine Freude an der Band, und deren Solisten übertrumpfen sich mit prägnanten Soli. Neben Latinnummern wie „El cantante“, „Apóyate en mi alma“, „Sin tu cariño“ und einem Medley aus „Licia Elena“, „El número 6“ und „Juan Pachanga“ zählten auch Jazzklassiker zum Repertoire. Blades und die Bigband verwandeln „Too Close For Comfort“, „I Can’t Give You Anything But Love“ und „Begin The Beguine“ in faszinierende Zwitter aus Bigband-Swing und Salsa. In „Pedro Navaja“ vermengen sie zudem das Haifisch-Thema aus der Dreigroschenoper mit einer Reminiszenz an „America“ aus Leonard Bernsteins „West Side Story“. Dabei gönnt sich Blades häufig das Vergnügen, die Melodien der Jazznummern mit Latin-Rhythmen zu phrasieren, als seien sie von vorn herein für eine Salsa-Interpretation geschrieben.
Es dauerte rund vier Jahre, bis der Konzertmitschnitt aus der Frederick P. Rose Hall des New Yorker Lincoln Center veröffentlicht wurde. Mit einer Spielzeit von rund 77 Minuten ist das Maximum der Kapazität einer CD erreicht. Als Download sind drei weitere Titel mit insgesamt fast zwanzig Minuten Spielzeit erhältlich: „Don't Like Goodbyes“, „Fever“ und „They Can't Take That Away From Me“. Früher hätte man aus der Materialfülle ein Doppelalbum gemacht.

Werner Stiefele, 05.01.2019



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