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Leonard Bernstein, Gustav Mahler, Arvö Pärt, Olivier Messiaen, Franz Liszt u.a.

„A Simple Song“ (Lieder)

Anne Sofie von Otter, Bengt Forsberg

BIS/Klassik-Center BISSACD-2327
(69 Min., 12/2016)

In ihrer ungemein langen Karriere hat sich die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter zu einer Allrounderin entwickelt, der Händel genauso lag wie Offenbach, Mahler und Strauss. Und abseits der großen Opern- und Konzertbühne wagte sie immer wieder auch musikalische Sidesteps in Richtung Pop und Jazz.
Mittlerweile ist Otters Stimmglanz etwas verblasst. Und auch mit so manchen Intonationsproblemen sowie leicht verwaschenen Klangfarben hat die inzwischen ja auch schon weit über 60-Jährige zu kämpfen. Was man auf ihrem aktuellen Album „A Simple Song“ vor allem dort mit doch einem gewissen Unbehagen registriert, wo sie sich noch einmal an altem Kernrepertoire, an Mahlers „Es sungen drei Engel“ versucht. Singt Otter etwa in ihrer Muttersprache, denkt man da gleich in den Anfangstakten? Im Arrangement für Stimme und eine hier jahrmarktartig registrierte Orgel kommt das eher wie eine Mahler-Parodie daher.
Zum Glück aber kann Otter im großen Rest des Programms als weiterhin beeindruckende Ausdrucksmusikerin berühren. Mit ihrem alten Begleiter Bengt Forsberg, der für diese Aufnahme vom Klavier an die Orgel gewechselt ist, hat Otter einen vielseitigen Lieder- und Songreigen quer durch das späte 19. und das 20. Jahrhundert zusammengestellt. Es reicht von vorrangig Elegien und Meditationen von US-Komponisten wie Leonard Bernstein und Aaron Copland über die französischsprachige Moderne (Frank Martin, Francis Poulenc, Olivier Messiaen) bis hin zu Arvo Pärts in sich gekehrtem „My Heart´s In The Highlands“, in denen Otter Momente voller Magie und Empfindsamkeit schafft. Und auch bei Maurice Duruflés „Pie Jesu“, bei dem sich eine Cello-Stimme hinzugesellt, fährt man automatisch den Puls runter, um gebannt diesem (Kirchen-)Gesang zu lauschen. Ganz zum Schluss dann zeigt Anne Sofie von Otter erneut, dass manchmal Herz und Schmelz eben doch wichtiger sind als korrekt getroffene Töne – in „Climb Ev´ry Mountain“ des legendären Jazz-Songschreibers Richard Rodgers.

Guido Fischer, 12.01.2019



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