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Éduard Lalo, Francis Poulenc, Claude Debussy, Gabriel Fauré u.a.

„Le bal des animaux“ (Lieder)

Sophie Karthäuser, Eugene Asti

harmonia mundi HMM 902260
(71 Min., 9/2016)

Der Kosmos der „Mélodies“ – der französischsprachigen Klavierlieder – ist ein sehr weitgespannter, und nach wie vor gibt es darin viel Neues zu entdecken. Hierfür bietet sich einerseits die Form des Rezitals mit Liedern eines bestimmten Komponisten an (Karthäuser und Asti haben dies bereits mit Debussy und Poulenc verwirklicht), andererseits die Kompilation von Liedern vieler Komponisten nach einem inhaltlichen Gesichtspunkt.
Mit „Le bal des animaux“ hat das hervorragend zusammengespielte Duo nun letztere Form gewählt: Verschiedene Tiere und ihre jeweiligen Eigenheiten, die sich in Text und Musik niederschlagen, bilden den Rahmen für dieses Programm mit Gesängen von Debussy, Fauré, Lalo, Chausson, de Séverac, Ravel, Chabrier, Hahn … Neben Bekannterem wie etwa Faurés „Le papillon et la fleur“ oder Poulencs „Bestiaire“-Zyklus erwarten den Hörer Raritäten wie Pauline Viardots „Oiselet“, eine kleine Bravour-Nummer für den Salon aus der Feder der berühmten Sängerin. Hinzu kommen Kuriositäten wie besonders Rossinis berühmtes „Katzenduett“, für das eigens Dominique Visse (!) als Duettpartner eingeladen wurde. Nun ja, diese Nummer, ein gefürchteter Gesangsklassen-Rezital-Hit, ist auch in dieser hochkarätigen Besetzung Geschmacksache. Ein paar Klaviernummern (darunter Iberts „Petite âne blanc“) runden das Programm ab. Sophie Karthäuser, von Eugene Asti mit stupender Aufmerksamkeit erstklassig begleitet, erfreut einmal mehr mit ihrem angenehmem Timbre und ihrer unerschöpflichen gestalterischen Kreativität, hat aber auch hier wieder ihr Vibrato nicht wirklich gut im Griff. Gerade auch im komödiantischen Ausdrucksbereich wäre ein besser dosierter, kontrollierter Einsatz dieses Stilmittels von Vorteil für die Gesamtwirkung.

Michael Wersin, 12.01.2019



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