Responsive image
Cole Porter, Richard Rodgers, Stephen Sondheim, Andrew Lloyd Webber u.a.

Broadway

Renée Fleming, BBC Concert Orchestra, Rob Fisher

Decca/Universal 4834215
(12/2017, 1 & 5/2018)) 64 CDs

Sie wurde vielgescholten für ihre stilistischen Crossover-Seitensprünge: Renée Fleming, Amerikas people’s diva, die einzige dort noch wirklich populäre Klassikkünstlerin. Die freilich als „Creamy Soprano Voice“ mit Ende Fünfzig bereits langsam auf dem Rückzug ist. Aber immer schon sich in Seitenpfaden vom Sopranwege versuchte, auch als Pop- und Jazzsängerin. Sie hat am Broadway Theater gespielt und wurde dieses Jahr sogar für ihre Nebenrolle in „Carousel“, wo sie immerhin „You’ll Never Walk Alone“ singen durfte, für einen Tony nominiert. Also kommt jetzt auch das „Broadway“-Album zur rechten Zeit.
Und wieder muss man sagen, es ist gut zusammengestellt für eine reife Sängerin im Herbst ihrer Karriere, sehr gut orchestriert und von David Frost makellos produziert. Geschickt mischen sie und das BBC Concert Orchestra unter Rob Fisher Klassiker mit Unbekannten, Evergreens mit Musical-Novitäten, um eine möglichst breite Palette von Farben und Charakteren anbieten zu können. Renée Fleming singt die 17 Titel souverän und mit lässiger Abgeklärtheit. Selbst alte Hits aus „The Music Man”, „The King and I”, „She Love Me“, „Sound Of Music” oder „A Little Night Music” atmen keinen Plüsch, kommen griffig und direkt. So integriert sie bruchlos das historische Material mit den weniger melodieverliebten jüngeren Titeln aus „A Light In The Piazza“ oder „Dear Evan Hansen“, „Nine“ oder „The Visit“. Sie klingt leicht und doch mit wissender Tiefe, jazzig und melancholisch. The Great White Way wird so in seiner ganzen schillernden Breite und doch sehr persönlich abgeschritten.

Matthias Siehler, 12.01.2019



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Es gehört zu den Eigentümlichkeiten von Johannes Brahms, dass er sich aus notorischem Selbstzweifel mit manchen Gattungen seiner Zeit so schwer getan hat. Andererseits war dadurch auch seine Kreativität herausgefordert, eigene Wege zu beschreiten. Am 18. Februar 1869, also vor fast genau 150 Jahren, wurde nach langen Umstellungen und Ergänzungen sein „Deutsches Requiem“ uraufgeführt. Erst auf den zweiten Blick offenbart das Werk, das dem 33-jährigen den Durchbruch verschaffte und bis […] mehr »


Top