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Franz Liszt

Études d´exécution transcendante, Rigoletto-Paraphrase, La leggierezza

Boris Giltburg

Naxos 8.573981
(80 Min., 6/2018)

Schon Robert Schumann wusste um die Klippen und Fallen, die nahezu hinter jedem Takt von Liszts „Études d´exécution transcendante“ schlummern. „Es sind wahre Sturm- und Grauseetüden“, so Schumann warnend. „Etüden für höchstens zehn oder zwölf auf dieser Welt, schwächere Spieler würden mit ihnen nur Lachen erregen.“ Die einen scheitern leider. Dafür sorgen die handverlesen Anderen für faszinierendes Staunen und die pure Verblüffung, wenn sie sich nicht nur mit ihren untadelig manuellen Fähigkeiten auf diesen zwölfteiligen Etüden-Parcours einlassen. Gelingt es ihnen zudem, wie jetzt Boris Giltburg, mit dem virtuosen Vollzug zugleich die poetische Idee und Tiefe zu offenbaren, die diese Etüden von all den anderen, schnell verpufften Showstücken abheben, die das 19. Jahrhundert zuhauf hervorgebracht hat, darf man sich zu den aktuell ganz Großen zählen.
Diesen Ruf hat sich Giltburg zwar schon lange und zu Recht erspielt. Aber mit diesem Liszt-Recital, das er auch mit großem leuchtendem Ton in der „Rigoletto“-Konzertparaphrase eröffnet und belcantistisch-chopinesk mit der Konzertetüde „La leggierezza“ beschließt, unterstreicht er einmal mehr in Gestaltung und pianistischem Zugriff seine ganze Klasse. Und natürlich hören sich bei ihm selbst jene wild flackernden „Irrlichter“ wie selbstgespielt gemeistert an, die etwa der tschechische Pianistenkollege Josef Bulva einmal als die vier brutalsten Minuten bezeichnet hat, die ein Pianist hinter sich bringen muss.

Guido Fischer, 26.01.2019



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