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N° 1253
14. - 20.05.2022

nächste Aktualisierung
am 21.05.2022



Emmerich Kálmán

Ein Herbstmanöver

Harald Pfeiffer, Marie Seidler, Christiane Boesiger, Grga Peros, Tomi Wendt, Clemens Kerschbaumer, Philharmonisches Orchester Gießen, Michael Hofstetter u.a.

Oehms Classics/Naxos OC977
(80 Min., 6/2018)



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Emmerich Kálmán

Die Faschingsfee

Camille Schnoor, Daniel Prohaska, Nadine Zeintl, Simon Schnoor, Maximilian Mayer, Chor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Michael Brandstätter u.a.

cpo 5551472
(77 Min., 2/2017)



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Es war und ist kein Jubiläum, trotzdem erscheinen zeitgleich zwei CDs mit Gesamtaufnahmen zweier unbekannterer Operetten von Emmerich Kálmán, die beide auf deutschen Theaterpremieren beruhen. Was zeigt, dass Operette eben doch nicht tot ist, und dass auf den Bühnen inzwischen auch ein gewisses Interesse an Ausgrabungen und Stücken jenseits des Mainstreams besteht. In Gießen brachte man das vom Komponisten selbst überarbeitete Frühwerk „Ein Herbstmanöver“ heraus. Das vereint Standardpersonal der Operette, Husaren und fesche Comtessen, aber es liegt, wie so oft bei Kálmán, herbstliche Melancholie über dieser dem Untergang geweihten, auf einem ungarischen Schloss versammelten Ständegesellschaft. In seiner Neufassung angereichert um Nummern aus der Schauspielmusik zu „Der gute Kamerad“, schwankt der metiersichere Michael Hofstetter zwischen Übermut und Traurigkeit. Natürlich geht es hier um alte Lieben und neue Gefühle, Standesordnung und Verzicht; aber ein gegendertes Duett gibt auch Gelegenheit für das „Pumper“-Comingout zwischen einem Kammerdiener und einem Reserve-Kadett-Feldwebel. Am Münchner Gärtnerplatztheater hat man sich hingegen für die Münchner Karnevalsoperette „Die Faschingsfee“ entschieden, die in einen kalten Kriegswinter zwischen frierendes Künstlervolk verlegt wurde. Da wird unter der musikalischen Leitung von Michael Brandstätter Glanz und Glamour nur in der glitzernden Musik beschworen, auch hier finden sich alte und junge Lieben jenseits ihrer eigentlichen Ordnung in der Gesellschaft. Angereichert ist das mit viel Lokalkolorit. In beiden Stücken ist Kálmán sparsam mit Hits, aus der „Faschingsfee“ kennt man höchstens das sehnsuchtsvolle „Lieber Himmelsvater, sei nicht bös“. Doch erweitern die mit farbenreichen Ensemblesänger aufwartenden Einspielungen den thematischen und situativen Rahmen, wie man damals mit Stücken und Stoffen umging. Mögen Husaren und Feen Vergangenheit sein, hier erinnert man sich nostalgisch frisch daran.

Matthias Siehler, 16.02.2019




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