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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



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Johann Sebastian Bach

Concertos For Piano

Evgeni Koroliov, Anna Vinnitskaya, Ljupka Hadzi Georgieva, Kammerakademie Potsdam

Alpha/Note 1 ALP446
(144 Min., 4/2018)

So breit kann ein Label sich programmatisch positionieren: Mit der Gesamtaufnahme der Bach-Concerti durch das Ensemble „Café Zimmermann“ hat Alpha vor einigen Jahren eine vielbeachtete Belegaufnahme dieses Repertoires in historisierender Aufführungspraxis vorgelegt. Nun präsentiert dieselbe Firma ein Doppelalbum mit insgesamt zehn Concerti für Tasteninstrumente von Bach, gespielt allerdings auf modernen Instrumenten. Das Konzept der vielfältigen Herangehensweise geht in diesem Fall hundertprozentig auf – einerseits deswegen, weil Bachs Musik als solche aufgrund ihrer extraordinären substanziellen Qualität unterschiedliche interpretatorische Ansätze ohne weiteres verträgt. Andererseits und vor allem aber auch, weil die Interpretation durch Evgeni Koroliov, seine Frau Ljupka Hadzi Georgieva und seine Schülerin Anna Vinnitskaya zusammen mit der Kammerakademie Potsdam als sehr gelungen bezeichnet werden darf.
Egal, welche der drei Solisten in den Werken für ein bis drei „Claviere“ allein oder miteinander spielen: Durchweg und allerorten ist man sich einig hinsichtlich einer absolut entspannten und unprätentiösen Spielweise auf Basis eines gediegenen „non legato“ im unteren bis mittleren dynamischen Bereich. Niemals klingen die drei modernen Konzertflügel monströs, immer fügen sie sich mit äußerlich bescheidener, innerlich aber sehr differenzierter Klangentfaltung nahtlos in den komplex verspielten Charakter der Musik ein. Großartig kommunizieren die Solisten in den Konzerten für mehrere Klaviere artikulatorisch miteinander, besonders gut zu hören etwa im Mittelsatz des C-Moll-Concertos BWV 1060. Die Musiker der ohne Dirigenten auskommenden Kammerakademie Potsdam, mit 20 Streichern angemessen klein besetzt, beteiligen sich in perfekter, bisweilen gar zu zurückhaltender Weise an dem Konzept des „Laid back“-Spiels. Insgesamt entsteht auf diese Weise eine edle, nach außen hin niemals auftrumpfende, in der feinen Durchstrukturiertheit ihres Innenlebens aber opulente Wiedergabe der bekannten Stücke, die immer wieder beglückt und einfach gute Laune macht.

Michael Wersin, 27.04.2019



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