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Georg Friedrich Händel, Francesco Geminiani, William Babell, Gottfried Finger

„Mr Handel´s Dinner“ (Konzerte für Blockflöte, Suiten, Sonaten u.a.)

Maurice Steger, La Cetra Barockorchester Basel

harmonia mundi HMM 902607
(77 Min., 8 & 9/2018)

„Man ist erstaunt zu sehen, wie überall Corelli auf den Geigen gekratzt wird. Nichts scheint die Leute mehr zu erfreuen als Corelli.“ 1710 war der englische Rechtsanwalt und begeisterte Amateurmusiker Roger North ziemlich verwundert über die Popularität des Italieners in London. Auch Georg Friedrich Händel, der 1706 in Rom Corelli kennengelernt hatte, war davon verblüfft, als er in jenem Jahr zum ersten Mal in die englische Hauptstadt kam. Zudem dürfte er überrascht gewesen sein, wie gut Corellis Werke auf der Insel speziell bei der großen Gemeinde an Blockflötisten ankamen. So sollte Händel schon bald auch eigene Stücke etwa aus Opern und Oratorien für das Blasinstrument recyceln und zu Triosonaten bündeln.
Für seine musikalische Reise ins italophile London der Händel-Zeit hat daher Maurice Steger nicht nur ganz im Stile der damals angesagten Wiederverwertung eine „Suite de danse“ zusammengestellt, die aus Ballettsätzen von Händels Oper „Almira“ stammen. Gleich zu Beginn erklingt eine mehrsätzige Blockflöten-Sonate, die Händel schon bald zu einem Orgelkonzert umfunktionierte.
Hier wie auch in so manch anderen Arrangements, zu der eine von Wahl-Londoner Francesco Geminiani für die Flöte eingerichtete Corelli-Sonate gehört, ist die Frage, ob es sich um ein Original oder doch eine Kopie handelt, völlig zweirangig. Bei Steger klingt alles einfach erstklassig und exklusiv für sein Instrument komponiert. Temperamentvoll und rasant wirft er sich auch in ein Concerto des Engländers William Babell. Mit überbordender, ungezügelter Spielfreude geht es zwischendurch kammermusikalisch mit handverlesenen Musikern des großartigen La Cetra Barockorchester Basel zur Sache. Bei einer „Ground“ von Gottfried Finger oder dem Eröffnungs-Adagio des Geminiani hingegen schwebt Stegers Instrumentalstimme sanft und himmlisch wie auf Wolke 7 dahin. Das macht die Einladung zu „Mr Handel´s Dinner“, so der Album-Titel, schlicht und einfach zum puren Genuss.

Guido Fischer, 27.04.2019



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