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Peter Tschaikowski

Sämtliche Werke für Klavier solo

Valentina Lisitsa

Decca/Universal 4834417
(667 Min., 12/2017 - 1/2018) 10 CDs

Die ukrainische Pianistin Valentina Lisitsa, berühmt geworden durch eine Fülle von YouTube-Clips, verfolgt als CD-Künstlerin eine kluge, pragmatische Strategie. Sie nimmt nicht nur Renommierprojekte allerwichtigster Sorte an, sondern spielt auch „Mittleres“ von Philip Glass, Michael Nyman oder Alexander Skrjabin; was ihr Decca-Auftragsbuch bisher stets gut füllte. Auch eine Aufnahme sämtlicher Solo-Klavierwerke von Peter Tschaikowski stellt ein eher undankbares Unterfangen dar, das sich bislang wohl nur Viktoria Postnikova zumutete (in den frühen 90ern). Damals indes wurden „Der Nussknacker“ und etliche kleine Werke noch ausgespart. Die neue, drei CDs mehr umfassende Komplett-Edition ist also konkurrenzlos.
Mit Katalogklassikern von Mikhail Pletnev, ebenso mit Einzelaufnahmen etwa der „Jahreszeiten“ von Vladimir Ashkenazy und Pavel Kolesnikov (oder der „Dumka“-Szene mit Yefim Bronfman) kann Lisitsa nicht mithalten. Doch es bleibt ein Wust kleiner und großer Solo-Werke übrig, für die sich kaum wichtige Pianisten interessierten. Epigrammatisch und doch wie spontan hingetuschte Notate kommen sie daher. Als Lehre nimmt man immerhin die Erkenntnis mit, dass die späten 18 Klavierstücke op. 72 dringend eine Aufwertung verdient hätten.
Mit ihrem sensiblen, aber pauschalen Ansatz bietet Valentina Lisitsa ein gutes Tschaikowski-Update – aber auch nicht mehr. Zu ungefähr und in einem Rutsch abgespult, zu bequem in der Emphase auch wirkt das. Was fehlt, ist Dringlichkeit. Da schien selbst Postnikova sprunghafter und temperamentvoller. Eher für Sammler, nicht für Jäger.

Robert Fraunholzer, 27.04.2019



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Kommentare

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Richard
Was die Gesamtaufnahmen betrifft, sollte man auch Michael Ponti nicht vergessen, und bei den Einzelaufnahmen die erst vor wenigen Jahren erschienene, ganz wunderbare von Elena Bashkirova mit den Jahreszeiten und dem Kinderalbum!




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