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Darius Milhaud, André Jolivet, Albéric Magnard, Carl Nielsen, Philippe Hersant, Thierry Escaich

Les modernistes

Les Vents Français, Eric le Sage

Warner 9029554870
(114 Min., 9/2014, 4/2016, 1/2017) 2 CDs

Fünf Jahre, fünf CDs, die die allerfeinsten Winde aufwirbelnde, ihrer Herkunft nach (aber nicht nur) französische Bläservereinigung Les Vents Français vorgelegt hat – man darf das heute fast schon eine außergewöhnliche mediale Kontinuität nennen. Und nicht allein das. Die Spitzenkönner ihres Fachs, der Flötist Emmanuel Pahud, der Klarinettist Paul Meyer der Oboist François Leleux, der Hornist Radovan Vlatkovic ́sowie der Fagottist Gilbert Audin, sie haben uns immer wieder mit Überraschungen des Kammermusikrepertoires neugierig gemacht und erfreut.
Das ist auf der jüngsten Scheibe „Les modernistes“ nicht anders. Der Titel sagt es, der Blick fokussiert sich auf das anfangs des 20. Jahrhunderts besonders brodelnde Musikleben an der Seine. In Paris, da wirkten sie alle: Darius Milhaud, André Jolivet oder – heute kaum noch bekannt und völlig zu Unrecht vergessen – Albéric Magnard. Die spielerische Ungezwungenheit der Vergangenheit, verbunden mit den harmonischen und formalen Möglichkeiten der Moderne im jungen, auf neue Dissonanzen neugierigen frühen 20. Jahrhundert, erlaubte viele, ungezwungene und ästhetisch unbefangene Klangexperimente. Ihre Serenaden, Sonaten und Quintette verstanden sie als Rückkehr zu den Ursprüngen der klassischen Kammermusik und als geistvollen Dialog. Dazwischengeschaltet ist das in Kopenhagen komponierte, bedeutende Bläserquintett des Dänen Carl Nielsen aus dem Jahre 1922, Den Brückenschlag der Modernistes zur Gegenwart schaffen wiederum zwei andere Franzosen – Thierry Escaich und Philippe Hersant. Bei der Umformung wie Neuinterpretation des Alten hilft zudem am Klavier Eric le Sage. Geist- und espritvoll tönt das, und superb gespielt ist es sowieso.

Matthias Siehler, 04.05.2019



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