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Sergei Rachmaninow

24 Préludes

Boris Giltburg

Naxos 8.574025
(80 Min., 10/2018)

Im Rahmen seiner Grand „Rachmaninow“-Tour ist Boris Giltburg nun bei den 24 Préludes angelangt. Also bei einer weiteren Runde jener Rachmaninow-Schlager, denen sich nur die wenigsten Top-Pianisten verweigern wollen bzw. können. Bereits bei seinen Aufnahmen der Klavierkonzerte des Russen hat Giltburg Stilbewusstsein und Geschmack bewiesen, als er die Hände vom Reißerischen und überzuckertem Pathos ließ. Wohltuend war das. Wobei Giltburg andererseits nie das Herzpochende, das Sentimentale, das Elegische und Mitreißende unterschlug, nach dem diese Musik nun mal stets auch verlangt.
Jetzt also die 24 Préludes, die im Gegensatz zu den Geschwisterwerken des von Rachmaninow so heiß und innig geliebten Chopin selten komplett gespielt werden, sondern auch im Konzert meist ausgewählt oder im Zugabenteil vorkommen. Zwischen expressiv und explosiv bewegt sich Giltburg hier mit einer Präzision, die gar nicht hoch genug zu bewerten ist. Zu seiner makellosen Technik kommt aber eben auch noch das eigentlich Wichtigste: Es ist diese sinnlich-menschliche Wärme, die auf den pianistischen Kurzstrecken in den verschiedensten Abstufungen mitschwingt und einen selbst dann bewegt, wenn es – wie im bekannten, ja fast überspielten 2. Prélude aus op. 23 – ganz schön dramatisch bebt und funkelt.

Guido Fischer, 11.05.2019



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