Responsive image
Johann Sebastian Bach

Huldigungskantaten BWV 205a & 249a

Miriam Feuersinger, Daniel Johannsen, Elvira Bill, Stephan MacLeod, Deutsche Hofmusik, Alexander Grychtolik

dhm/Sony 19075936392
(70 Min., 9/2018)

Es jauchzet und frohlockt gar köstlich und glänzend feierlich, aber diesmal ist die Bachsche Übermutsäußerung ganz und gar weltlich. Der Cembalist und Dirigent Alexander Grychtolik hat mit seinem Ensemble Deutsche Hofmusik auf einer neuen CD unter dem Titel „Entfliehet, ihr Sorgen“ als Weltersteinspielung nicht nur die „Krönungskantate“ BWV 205a für August III. von Polen, sondern nach über 50 Jahren auch eine Neuaufnahme der berühmten „Schäferkantate“ BWV 249a vorgelegt. Letztere ist die weltliche Urfassung des Osteroratoriums.
Beide Werke entstanden während Bachs Leipziger Zeit. Die „Krönungskantate“ spielt mit ihrem trompetenumtosten Titel „Blast Lärmen, ihr Feinde! Verstärket die Macht“ auf den polnischen Erbfolgekrieg an, der nach dem Tode August des Starken als Kurfürst von Sachsen und gewähltem König von Polen zwischen Frankreich und den Habsburgern ausgefochten wurde. Die Kantate ist weitestgehend über ihre Parodievorlage „Der zufriedengestellte Aeolus“ BWV 205 überliefert, wurde aber, ähnlich wie die „Schäferkantate“, angepasst und von Grychtolik um die fehlenden Rezitative ergänzt. Als Tafelmusik und Miniaturfestoper erklang das Werk 1725 zum Geburtstag von Herzog Christian von Sachsen-Weißenfels auf Schloss Neu-Augustusburg.
Viel Freude bereiten, neben dem licht und rhythmisch flexibel aufspielenden Instrumentalensemble, auch die Vokalisten Miriam Feuersinger, Daniel Johannsen, Elvira Bill und Stephan MacLeod. Da möchte man der Einladung durch den nackten Bacchus auf dem Cover gleich folgen: Hier werden wirklich ungewohnt sinnliche Bach-Genüsse bereitet.

Matthias Siehler, 18.05.2019



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Der Himmel hinter Mauern: Es mag ungewöhnlich aus heutiger Sicht erscheinen, dass eine Ordensschwester Arbeiten nachgeht, die sich nicht unmittelbar aus ihrem Dienst am Kloster ergeben zu scheinen, aber tatsächlich waren Klöster bis kurz vor der Reformation bereits blühende Orte der Konversation, der Kultur und der Künste. Chiara Margarita Cozzolani, eine im Mailänder Raum des 17. Jahrhunderts in eine wohlhabende Familie hineingeborene Frau, legte mit 18 Jahren ihr Gelübde bei den […] mehr »


Top