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Benedetto Marcello, Leonardo Vinci, Francesco Gasparini, Leonardo Leo, Georg Friedrich Händel

Il giardino dei sospiri

Magdalena Kožená, Collegium 1704, Václav Luks

Pentatone/Naxos PTC 5186 725
(81 Min., 9/2018) SACD

Magdalena Kožená goes Baroque again: Besonders die im Programm dieser CD enthaltene Händel-Kantate, entstanden während Händels erstem Rom-Aufenthalt, erinnert an Koženás Händel-CD von 1999 mit Marc Minkowski. Wenn man in Betracht zieht, was die Sängerin in den dazwischenliegenden knapp 20 Jahren ihrer Stimme alles zugetraut und abverlangt hat, dann darf man sich über die rein vokale Qualität der vorliegenden Einspielung durchaus freuen: Schließlich hat Kožená nicht nur mit dem Repertoire, sondern am Beginn ihrer Karriere sogar mit der eigentlichen Stimmlage (Sopran oder Mezzo?) eine ganze Weile ausführlich experimentiert. Wir hören hier nun die reife, wie seit eh und je angenehm timbrierte, im Koloraturengetümmel sehr flexible Stimme einer Mitt-Vierzigerin, die in dem Spektrum, in dem sie hier gebraucht wird, keinerlei Altersspuren erkennen lässt. Zu einem Singen unter Hochspannung, das gelegentlich auch mit sattem Vibrieren einhergeht, neigte Kožená immer schon – und freilich, für die Zukunft wird sie sich in dramatisch bewegten Nummern geflissentlich vor dem „Bartoli-Effekt“ zu hüten haben.
Auf dieser CD sorgt die brillante musikalische Führung durch Koženás Landsmann Václav Luks indes dafür, dass man sich in puncto Tempo und Expressivität stets auf Messers Schneide bewegt, aber nie unangenehm darüber hinausgelangt. Großartig ist auch das Programm, das aus zwischen 1696 und 1727 komponierter venezianischer, römischer und neapolitanischer Musik besteht. Man umschifft dabei allzu bekannte Werke und bietet stattdessen einen bunten Strauß expliziter, besonderer Kompositionen, die die Hörerschaft nachhaltig zu fesseln vermögen.

Michael Wersin, 15.06.2019



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