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Italian Songbook

Luca Aquino

ACT/Edel 1098862ACT
(53 Min., 3/2019)

Eine schöne Melodie braucht keine bombastische Umgebung, um ihre Wirkung zu entfalten. Dies beweist der italienische Trompeter Luca Aquino, indem er auf das „Italian Songbook“ zurückgreift und sich beim Gros der Titel lediglich von Natalino Marchetti am Akkordeon und Danilo Rea am Flügel begleiten lässt. Eine angenehme volksmusikalische Atmosphäre entsteht so, einerseits weit vom Kitsch entfernt und andererseits voll Gefühl und manchmal auch ziemlich melancholisch.
Bei „Deborah’s Theme“, einer Komposition von Ennio Morricone, genügt Aquino sogar das Akkordeon als Begleitung, um eine zauberhafte, verträumte Atmosphäre zu schaffen. Damit eröffnet er das Album. Ein zweites Filmmusikthema, „La strada“ von Nino Rossa, beschließt es in derselben Minimalbesetzung. Dazwischen liegen Trionummern wie „Scalinatella“ von Giuseppe Cioffi oder „Era de maggio“ von Mario Costa, während ihn in „La canzone dell’amore perduto“ von Fabrizio De André Rino De Patre mit der klassischen Gitarre sowie das Orchestra Filarmonica di Benevento begleiten. Dieses mit Streichern und Holzbläsern besetzte Kammermusikensemble übernimmt in „Storia d’amore“ von Adriano Celentano, „Almeno tu nell’universo“ von Maurizio Fabrizio und „So che ti perderò“ von Chet Baker eine prägende Rolle.
Luca Aquino bläst all diese Melodien mit weichem, atemreichem Ton und sanftem Vibrato und sanft gleitender Linienführung. Die Art, wie er Akzente setzt, wo er sich zurücknimmt, wo er verziert und wo er nüchtern und klar wird, erinnert entfernt an den Fluss menschlicher Sprache. Er baut kleine Verzierungen in die Melodien, verzichtet aber weitgehend auf spektakuläre, sensationsheischende Soli. Mit kleinen Tönen große Gefühle zu erzeugen, ist seine wahre Stärke. Ein Album für Romantiker.

Werner Stiefele, 22.06.2019



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