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Georg Friedrich Händel

Concerti grossi op. 6/I-VI

Akademie für Alte Musik Berlin

Pentatone/Naxos PTC5186737
(73 Min., 8/2018, 2/2019)

Die Musik Händels ist für die Akademie für Alte Musik Berlin nicht zuletzt der unzähligen Mitwirkungen bei Opern und Oratorien schon fast zur Muttersprache geworden (nur Bach ist den Musikern vielleicht noch vertrauter). Vor drei Jahren bewies dieses Spitzenteam der historischen Aufführungspraxis mit der Aufnahme von Händels „Wassermusik“, dass sich selbst bei solchen Barockhits immer noch ganz neue Farben und Rhythmen entdecken und organisch ins große Ganze einarbeiten lassen.
Nicht ganz so populär sind dagegen zwar die Concerti Grossi op. 6, von denen man jetzt das erste halbe Dutzend eingespielt hat. Die 1739 als instrumentale Intermezzi für Oratorienaufführungen komponierten Concerti gehören aber unbedingt zu den absoluten Meisterwerken dieser Gattung. Nach Anlage der Stücke wird man bei diesem harmonischen Wetteifern zwischen Tutti und diversen Solo-Instrumenten auf durchaus hohem Niveau unterhalten. Erstaunlicherweise will jedoch ausgerechnet bei der Akademie für Alte Musik Berlin der Funken nicht so richtig zünden. Natürlich wird alles ohne Fehl und Tadel gespielt, mit markantem, aber nie überzogenem Strich, mit fein gezogenen Konturen sowie einer vorbildlich detailfreudigen Palette im Dynamischen. Und trotzdem entsteht nicht zuletzt wegen der immer wieder vermissten Zugkraft und den fehlenden Temperamentschüben ein eher pauschales, der Routine verpflichtetes Händel-Bild. Immerhin in so manchen langsamen Sätzen (exemplarisch: das „Largo e piano“ des 4. Concerto grosso) lassen die Musiker ihre Instrumente in das Zauberreich der Musik so entschweben, wie man es von diesen Händel-Spezialisten eben gewohnt ist.

Guido Fischer, 20.07.2019



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