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N° 1230
04. - 10.12.2021

nächste Aktualisierung
am 11.12.2021



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Wolfgang Amadeus Mozart

Violinkonzerte

Leonidas Kavakos, Camerata Salzburg

Sony Classical/Sony BMG 82876 8 4241-2
(74 Min., 2/2006) 1 CD

Zunächst beeindruckt die aufnahmetechnische Klarheit, die lebendige Präsenz dieser Live-Aufnahme. Man ist als Hörer sehr nahe dran am Solisten und am Orchester. Der Geiger Leonidas Kavakos und die Camerata Salzburg können sich diese Direktheit leisten, denn sie musizieren auf technisch anspruchsvollstem Niveau. Und so wird man gleich im ersten der fünf Violinkonzerte sanft, aber bestimmt hineingezogen in die Musik, kleinere metrische Verschiebungen zwischen Solist und Streicherensemble stören kaum, sind zum Teil auch beabsichtigt. Kavakos pflegt einen durchwegs klaren Ton, dem manchmal ein bisschen Wärme fehlt, um insbesondere in den langsamen Sätzen ohne weiteren Schnörkel unmittelbar zu wirken. Da muss man ein paar Abstriche hinnehmen. Grundsätzlich wäre die Leitung eines alles überblickenden Dirigenten vielleicht hie und da doch hilfreich gewesen. Denn so kammermusikalisch intim, wie man unter der Führung des Solisten musizieren könnte, geht es in dieser Aufnahme dann doch nicht zu. Solist und Ensemble leben in getrennten, wenn auch nahe verwandten Klangwelten, und harmonieren gerade in den Ecksätzen sehr gut. Aber in den Adagio- und Andante-Sätzen, die zugegebenermaßen für jeden Musiker harte Prüfsteine sind, da packt Kavakos dann offenbar doch eine gewisse Nervosität, die er mit Zurückhaltung und ein bisschen Klangdesign überspielt. Im Grunde kneift er, denn diese Mozart'schen Offenbarungen verlangen auch vom ausübenden Musiker einen "Offenbarungseid": man bekommt alles, wenn der Musiker alles gibt an emotionalen und mentalen Möglichkeiten; nimmt er sich aber wie Kavakos zurück, bleibt die Musik auf der Ebene einer genialischen Komposition. Das ist zwar schon eine ganze Menge, aber selbst wenn man diese Konzerte noch niemals zuvor gehört hätte, würde man spüren, dass da noch mehr drinsteckt an musikalischer Kraft und Größe.

Helmut Mauró, 18.08.2006



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