home

N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



Dass Marc Minkowski ein riesiges Herz für Jacques Offenbach besitzt, hat er schon vor über zwei Jahrzehnten in unterschiedlichen Produktionen unter Beweis gestellt. Angefangen von der „Belle Hélène“ mit der unvergleichlichen Felicity Lott in der Titelrolle bis hin zu einer Offenbach-Gala mit „Gute Laune“-Mezzo Anne Sofie von Otter, die u.a. eine herrlich angesäuselte peruanische Straßensängerin „La Périchole“ gab. Mittlerweile ist Minkowski samt Les Musiciens du Louvre fest an der Oper der Wein-Metropole Bordeaux engagiert. Und dort brachte er zusammen mit einem durchweg das pure Hörvergnügen garantierenden Solistenensemble Offenbachs Latino-Opéra-bouffe „La Périchole“ heraus. 1868 wurde das Stück in Paris mit Hortense Schneider in der Titelpartie uraufgeführt. 1874 überarbeitete Offenbach den Zwei- in einen Drei-Akter. Und aus diesen beiden Fassungen hat Minkowski jetzt eine Mischfassung anfertigen lassen, bei der sich immer wieder auch ganz unerwartet lyrische, aus dem großen französischen Opernhimmel stammende Töne in das selbstverständlich quirlige, witzige und auch spanisch imprägnierte Klangtreiben mischen. Denn auch wenn die (Live-)Szenerie ganz auf das Kreuz und Quer zwischen dem armen Pärchen Périchole und Piquillo und einem lüsternen Vizekönig abgestellt ist, hält Offenbach immer wieder die Zeit für herzergreifende Liebesduette an. Aude Extrémo als Périchole und Stanislav de Babeyrac als Piquillo können da mit herrlichstem Melos verlocken. Bevor sie wie das gesamte Ensemble dann wieder Teil einer Offenbachschen Buffo-Maschinerie werden, die unter der Leitung Minkowskis einfach nur unvergleichlich in Gang gesetzt und auf Hochtouren gebracht wird.

Guido Fischer, 03.08.2019



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Sanfter Umbruch: Die Jahre als Kapellmeister beim Fürsten Ésterhazy weiß Joseph Haydn als Experimentierfeld zu nutzen. Das zeigen nicht nur seine fast planvollen Erprobungen im Bereich der Sinfonie, deren weltweit geschätzter Könner er werden wird, sondern auch die solistischen Einsätze und in diesen Jahren entstandenen Solokonzerte. Wie auch Mozart kannte Haydn die Solisten, für die er schrieb alle persönlich, es waren meist seine Kollegen in der Hofkapelle. Die beiden überlieferten […] mehr


Abo

Top