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John Dowland, Giovanni Pacolini, Valentin Greff Bakfark u.a.

„Fantasia Bellissima“ (The Lviv Lute Tablature)

Bernhard Hofstötter

Tyx/Note 1 TXA18115
(42 Min., 2/2018)

Die Bibliotheksarchive sind für neugierige Musiker wie den Lautenisten Bernhard Hofstötter immer noch eine reiche Schatzkammer. Zu Hofstötters jüngsten Entdeckungen gehört etwa die „Krakauer Lautentabulatur“, die nach ihrem Aufbewahrungsort (es ist die Bibliothek der Ivan-Franko-Universität im heutigen ukrainischen Lviv, ehemals Lemberg) auch „Lemberger Lautentabulatur“ genannt wird. Zwischen der Mitte des 16. Jahrhunderts und dem frühen 17. Jahrhundert wurde diese wertvolle Noten-Sammlung angelegt, die nicht nur Stücke namhafter Lautenisten wie John Dowland und Valentin Greff Bakfark aufweist. Der Großteil der Instrumentaltänze sowie Bearbeitungen von Vokalwerken etwa von Clément Jannequin stammt aus anonymer Feder.
Bis auf einige Ausnahmen – darunter John Dowlands „A Fancy“ – handelt es sich hierbei nun um Weltersteinspielungen. Aber die Bekanntschaft mit dieser Lautenwelt lohnt sich nicht nur wegen ihres musikalischen Reichtums, der von einer charaktervoll-stolzen Pavane von Joan Ambrosio Dalza über einen luftigen „Saltarello“ bis hin zum liebenswürdigen Titelstück „Fantasia Bellissima“ von Giovanni Pacolini reicht. Auf seiner 7-chörigen Laute von 2017, die an ein Instrument des legendären Renaissance-Meisters Wendelin Tieffenbrucker alias Vendelio Venere angelehnt ist, lässt Hofstötter die Stücke in den schönsten und reichsten Klangfarben aufblühen. Die Spieldauer von nicht einmal einer Dreiviertelstunde mag für das CD-Format etwas spartanisch ausgefallen sein. Dafür kommen alternativ auch die audiophilen Vinyl-Fans voll auf ihre Kosten.

Guido Fischer, 10.08.2019



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