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Heinrich Isaac, Ludwig Senfl, Paul Hofhaimer u.a.

„Kaiser Maximilian I.“ (Lieder, Chansons, Tänze)

Per-Sonat, Sabine Lutzenberger

Christophorus/Note 1 CHR77438
(63 Min., 1/2019)

Im Blick auf die oftmals reich ausgestatteten Hofkapellen der Renaissance-Zeit könnte man annehmen, vor allem ein äußeres Geltungsbedürfnis zu Repräsentationszwecken habe zur kostspieligen Zusammenziehung europaweit tätiger Musiker an den unterschiedlichen Höfen geführt. Zumindest für Kaiser Maximilian I. lässt sich indes belegen, dass Gesang und Saitenspiel für ihn vor allem Gotteslob in der Nachfolge des legendären Königs David bedeuteten – so jedenfalls bekundet er in seiner autobiografischen Schrift „Weißkunig“. U.a. in diesem Sinne auch post mortem Spuren zu hinterlassen, scheint ihm ebenfalls wichtig gewesen zu sein. Allerdings kam ein offenbar geplantes Musikbuch-Projekt als Kompilation des von Maximilians Hofkapelle gepflegten Repertoires niemals zustande. Sabine Lutzenberger hat daher für die vorliegende CD zahlreiche zeitgenössische Quellen ausgeschöpft, darunter das in Brüssel aufbewahrte „Tanzbüchlein der Margarete von Österreich“ und das „Augsburger Liederbuch“.
Das auf diese Weise entstandene reichhaltige Programm aus „Gesang und Saitenspiel“ summiert auf abwechslungsreiche Art und Weise große musikalische Kunst aus der Mitte der Renaissance. Neben den gewöhnlich mit Maximilian I. assoziierten Komponisten Isaac, Senfl und Hofhaimer trifft man auch auf Ockeghem, de Févin, Mouton und Desprez. Eines der hervorstechenden Qualitätsmerkmale der interpretatorischen Umsetzung des ebenso reizvollen wie strukturell komplexen Repertoires ist die unbestechliche Ruhe der Darbietung, basierend auf dem stets gemessenen Grundpuls der Musik auch dort, wo im Detail virtuosere Linien ins Geschehen eingeflochten sind. Der Aspekt der Ruhe und maßvollen Gelassenheit kommt natürlich nur deshalb so durchschlagend zur Geltung, weil hier ein Team aus erstklassigen vokalen und instrumentalen Kräften in perfekter Harmonie sämtliche Voraussetzungen dafür schafft: Neben Sabine Lutzenberger selbst sind etwa Bernd Oliver Fröhlich und Joel Frederiksen, Baptiste Romain und Elizabeth Rumsey am Werk und bündeln ihre jeweils reichen individuellen Erfahrungen mit dieser Musik zu einer restlos überzeugenden Gesamtleistung. Bessere Musiker hätte man für dieses Programm kaum finden mögen, und zu einer besseren gemeinsamen Höchstleistung als hier zu erleben hätte man sie auch nicht anspornen können.

Michael Wersin, 31.08.2019



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