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Albert Długoraj, Diomedes Cato, Jakub Polak u.a.

Polnische Lautenmusik

Joachim Held

Hänssler CLASSICS/Naxos HC19034
(59 Min., 2/2019)

Seit einigen Jahren befindet sich Joachim Held diskografisch auf einer Reise zu den bedeutendsten europäischen Lautennationen. Und nach den beeindruckend klangvollen Porträts etwa von Frankreich, Deutschland und Italien ist Held nun in Polen und damit in einem Land angekommen, das man nicht gerade mit der Laute in Verbindung bringen würde. Aber auch hier leisteten sich die musischen Fürstenhäuser immer wieder aus der Ferne die damals namhaftesten Lautenisten, die mit ihren Künsten ein musikalisches Leben auf hohem Niveau garantierten. Einer von ihnen war der Italiener Diomedes Cato, der im Dienste von Sigismund III. stand und 1628 in Danzig verstarb. Von Cato hat Held nun einige mal anmutig aparte, mal geheimnisvoll asketisch daherkommende Fantasien und Tänze ausgewählt, die für jene Zeit typisch und europaweit en vogue waren. Aber auch die beiden waschechten Polen Albert Długoraj und Jakub Polak folgten mit ihren Werken eher dem internationalen Geschmack. Unter den Stücken aus der Feder anonymer Komponisten finden sich gar Variationen über ein Thema, dessen iberisches Flair sogar mit einer Prise „Greensleaves“ gewürzt zu sein scheint. Auch mit solchen kleinen, aber feinen Überraschungen kann Held aufwarten. Und was sein Spiel angeht, da hat er sich buchstabengetreu an jene im Booklet zitierte Anweisung eines deutschen barocken Lautenmeisters gehalten, der da einst von seinen Kollegen forderte: „Greif der Laute wohl ins Maul, sie soll nicht klingen träg noch faul.“

Guido Fischer, 21.09.2019



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