home

N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



Responsive image

Three Of A Kind

Jasper van't Hofs B.E.Trio

Jaro/Jaro Medien 4347-2
(43 Min.)

Nur weil man inzwischen über 70 Jahre alt ist und mittlerweile Preise fürs Lebenswerk wie den Boy Edgar Award verliehen bekommt, muss man sich noch lange nicht zur Ruhe setzen. Im Gegenteil: Der niederländische Pianist und Keyboarder Jasper van't Hof will es noch einmal wissen, wie er mit seinem Album „Three Of A Kind“ beweist.
Dafür hat er sich mit Musikern umgeben, die – im Falle des Schlagzeugers Jamie Peet – über 40 Jahre jünger sind. Gemeinsam mit dem Bassisten Stefan Lievestro („nur“ knapp 20 Jahre weniger auf dem Buckel als der Mann am Klavier) wagt sich van't Hof dann auch noch an ein Besetzungsformat, das überreich ist an juveniler Konkurrenz.
Jazz-Piano-Trios gibt es wie Sand an der holländischen Nordseeküste, aber dieses hier ist anders. Van't Hof mag sich zwar einen Spaß daraus machen, den früheren Marktführer EST zu zitieren (so weist das von Bach inspirierte „Skopje“ deutliche Ähnlichkeiten mit Esbjörn Svenssons „When God Created The Coffebreak“ auf, und auch der Albumabschluss „Suzie Wrong“ könnte von dem Schweden stammen) – im Laufe der Aufnahme bricht er jedoch immer wieder aus dem puristischen Konzept aus.
Da blubbern synthetische Sounds wie im Ambient-Techno („Hot The Trot“), da segelt eine von Lievestro bediente Pedal-Steel-Gitarre wimmernd über rosa Klangwolken hinweg („Raindance“), und mehrfach fühlt man sich an die in Zeitlupentempo swingende „Weather Report“-Ballade „A Remark You Made“ erinnert (etwa in „Flat The 5“ oder „Heart Of The Matter“). Was auch gar nicht so unlogisch erscheint, schließlich war van't Hof am Keyboard für die europäische Jazzrock-Szene einst das, was Joe Zawinul für die amerikanische war.
Dennoch hat van't Hof auf „Three Of A Kind“ am Klavier seine umwerfendsten Momente. Wenn er beispielsweise im treibenden „Our Man From Havana“ oder im skandinavisch volksliedhaften „Nebula“ mit glasklar hartem Anschlag über die Tasten rast, dann ist ein Altersunterschied zu seinem fabelhaften 28-jährigen Drummer nicht feststellbar.

Josef Engels, 19.10.2019



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen […] mehr


Abo

Top