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Manuel de Falla

„Der Dreispitz“, „Der Liebeszauber“

Carmen Romeu, Mahler Chamber Orchestra, Pablo Heras-Casado

harmonia mundi HMM 902271
(62 Min., 4/2019)

Nein das kommt uns nicht spanisch vor, aber sehr kunstiberisch. Oder besser gesagt: andalusisch. Und das gleich doppelt. Der Komponist Manuel de Falla, gebürtig aus Cádiz, war lange Jahre Wahl-Einwohner Granadas, während der Dirigent Pablo Heras-Casado direkt aus dieser Stadt stammt. Und die erdig tönende Mezzosopranistin Carmen Romeu, die hier ihren kleinen, aber nicht unwichtigen Vokalbeitrag leistet, kommt immerhin aus Valencia. Nur das Mahler Chamber Orchestra, das ist eine international bunte Instrumentaltruppe. Der aber hier gehörig eingeheizt wird, die sich in schroff kontrastierende Kurven legt, auch mal ein wenig dreckig wie grob klingt und höchst beweglich selbst komplexe Rhythmuswechsel hinkriegt. Davon nämlich gibt es in zwei der berühmtesten de-Falla-Stücke jede Menge. Mit dem elegant hüpfenden „Dreispitz“ von 1919 sowie dem magisch-mystischen „Liebeszauber“ aus dem Jahr 1916 liegen hier zwei Ballette auf den Notenpulten. Pablo Heras-Casado ist sich dessen bis in den kleinsten Zwischenton bewusst. Er treibt voran, arbeitet klar die unterschiedlichen spanischen Tänze, die dramaturgisch gekonnten Erzählstrukturen dieser mal sonnendurchfluteten, mal nachtschattierten Musik heraus. Die Farce vom düpierten Corregidor auf Freiersfüßen lässt bereits nur im üppig differenzierten Klang die knallbunte Ausstattung ahnen, die einst Pablo Picasso für dieses Ballets-russes-Stück schuf. Und das zigeunerhaft schillernde „El amor brujo“ offenbart dämmrige Stimmungen, geheimnisvolles Brodeln und üppige Eruptionen. Das ist wirklich Kunstmusik gewordener Flamenco. Pablo Heras-Casado lässt diesen patriotisch in den allerschönsten Facetten und Kastagnetten-Nuancen schillern.

Matthias Siehler, 26.10.2019



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