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Antonio Vivaldi

Arien, Konzerte für Fagott, Cello und Laute u.a.

Jupiter, Thomas Dunford

Alpha/Note 1 ALP550
(78 Min., 11/2018)

Bei der Eröffnungsarie „Gelido in ogni vena” aus der Oper „Farnace“ baut sich über eigentlich harmlose Pizzicati eine ungeheure Spannung auf, die sich zumindest auf dem Papier in einem Leidensgesang entlädt, bei dem es einem heiß und kalt zugleich wird. Erstaunlicherweise erweist sich aber die Stimme der französischen und auch mit dem Barockfach bestens vertrauten Mezzo-Sopranistin Lea Desandre bei dieser Arie als ziemlich kraft- und kernlos. Angesichts des noch bevorstehenden Vokalprogramms, bei dem weitere Arien aus Opern, Oratorien und Psalmvertonungen von Vivaldi sich mit Concerti des Venezianers abwechseln, scheinen das keine guten Vorzeichen zu sein. Doch nach diesem wenig vielversprechenden Opener, mit dem das von Lautenist Thomas Dunford gegründete französische Barock-Ensemble „Jupiter“ seinen CD-Einstand gibt, folgt Entwarnung in Form eines furiosen, von meisterlich aufgezogenen Koloraturen angetriebenen Auftritts – von derselben Lea Desandre. Dieses gesangstechnische Niveau hält sie bis zum letzten Ton des offiziellen Programms, bis zu „Agitata da due venti“ aus „Griselda“ durch. So ist man gleichermaßen von dem Drive, Zug und all der Brillanz begeistert, mit der Thomas Dunford und seine Freunde (darunter Cembalist Jean Rondeau) mit Solo-Concerti für Fagott, Cello sowie Laute den Konzertkomponisten Vivaldi hochleben lassen. Nach Track 16 und einer geschlagenen Minute der völligen Stille meldet sich dieses muntere Barock-Team dann noch mal überraschend zurück – mit der eigens komponierten Jazz-Pop-Ballade „We Are The Ocean“, die man sofort nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Guido Fischer, 16.11.2019



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