home

N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



Responsive image
Wolfgang Amadeus Mozart

Streichquintett KV 515, Streichquartett-Bearbeitung der "Zauberflöte", Klavierquartett KV 478

Viviane Hagner, Colin Jacobsen, Antoine Tamestit, Tatjana Masurenko, Pekka Kuusisto, Mira Wang, Ulrich Eichenauer, Kai Vogler, Louis Lortie, Jan Vogler

Sony BMG
(71 Min., 2005) 1 CD

"Dies Bildnis ist bezaubernd schön" - müsste es einem aus der Seele schreien, wenn diese Aufnahme als Gemälde zu begreifen wäre. Der musikalische Pinsel kam jedenfalls behutsam zum Einsatz, so dass die feinen Tupfer das Ergebnis zu einem intelligenten, sich nicht aufdrängenden Hörerlebnis gestalteten. Zehn junge Musiker unter der Leitung des mitwirkenden Cellisten Jan Vogler wollten ihren Beitrag zum Mozartjahr im Rahmen des Moritzburg Festivals leisten, um die verschiedenen Handschriften dieses Komponisten zu illustrieren. Dies ist mit vollem Erfolg gelungen. Es fasziniert, wie präzise die Geometrie in Mozarts Streichquintett KV 515 umgesetzt wird. Die schnellen Staccati der zweiten Geige, die als Fundament fungieren, finden ihr akkuratres Tempo nach Crescendo, Diminuendo, Ritardando oder Accelerando stets aufs Neue wieder. Mit allzu pathetischen Verzierungen wird gespart, was den Eindruck verstärkt, jeder Triller sei nach voriger Absprache und genauer Betrachtung logisch platziert worden. Die Spannungsbögen - womöglich die größte Anforderung an die Interpreten von Mozarts Kammermusik - werden selten strapaziert und präsentieren sich trotz der Wiederholungen in einer Variation, die keine Langeweile zulassen will. Die Suite aus der Oper "Die Zauberflöte" in der Bearbeitung für Streichquartett hat Jan Vogler persönlich ausgegraben und die aufgefundenen Manuskripte eines anonymen Autors in eigener Interpretation spielbar gemacht. Auch hier überrascht die Intensität und Ausdruckskraft der vier Instrumente, die eine ganze Oper zum Erklingen bringen, ohne die musikalische Einheit vermissen zu lassen. Den Abschluss bildet das Klavierquartett KV 478. Mozarts Zeitgenossen hatten nur wenig Verständnis für diese komplexe und themenreiche Komposition. Was früher befremdlich gewirkt haben mag, erscheint heute umso kreativer und effektvoller.

Tomasz Kurianowicz, 27.10.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Das Calidore String Quartet wurde 2010 an der Colburn School in Los Angeles gegründet und gehört zu den führenden amerikanischen Streichquartetten. Das mittlerweile in New York City ansässige Ensemble wurde mehrfach ausgezeichnet: So gewann es 2012 den dritten Preis beim ARD-Wettbewerb in München, und 2016 erhielt das Quartett den Hauptpreis beim ersten M-Prize-Wettbewerb, der mit 100.000 US-Dollar die weltweit größte Auszeichnung für Kammermusik darstellt. Das Calidore String Quartet […] mehr


Abo

Top