Responsive image

My Favorite Songs

Simone Kopmajer

Mojo Lucky Records/Edel 1019682MOJ
(144 Min., 2003 - 2018) 2 CDs

Kaum zu glauben, dass Simone Kopmajer aus der alpinen Steiermark stammt. Die 38-Jährige, die in Japan, den USA und Australien bekannter ist als in Europa, lässt die Erinnerungen an ihre österreichische Heimat weit hinter sich. Wie sie auf ihrem Best-Of-Album dreißig Songs interpretiert, könnte sie auch in den USA aufgewachsen sein, denn ihre Aussprache lässt nur sehr selten ahnen, dass das amerikanische Englisch nicht ihre Muttersprache war. Selbst ihre Eigenkompositionen können neben den Jazzklassikern auf dem Doppelalbum mühelos bestehen.
Die Stücke wurden zwölf Alben entnommen, die Simone Kopmajer in den Jahren 2003 bis 2018 mit unterschiedlichen Besetzungen eingespielt hat. Das Spektrum reicht von einem Duett mit dem Bassisten Richie Goods über den Marvin-Gaye-Hit „How Sweet Is It (To Be Loved By You)“ bis zur anmutigen, dezent funky aufgenommenen Version des Prince-Hits „Kiss“ mit Jazzquartett sowie drei klassisch swingenden Titeln, allesamt vom 2010 eingespielten Album „Didn’t You Say“. Zart und empfindsam fielen 2004 und 2011 ihre Duette „How Do You Keep The Music Playing“ und „Nothing’s Gonna Change My Love For You“ mit dem Pianisten John di Martino aus. Auch auf drei Titeln aus dem Quintettalbum „Spotlight On Jazz“ von 2018 und zwei aus dem Trioalbum „Soulmates“ von 2015 swingt sie in bester amerikanischer Tradition. Selbst Tom Waits „Time“ und James Taylors „Don’t Let Me Be Lonely Tonight“ verwandelte sie 2007 auf „Taking A Chance On Love“ mit einem Quartett in dezent swingende Jazznummern, während Glenn Millers Hit „Moonlight Serenade“ als beschwingte Bossa Nova daherkommt.
Mit dem amerikanischen Elektrobassisten Jamaaladeen Tacuma wandte sich die Österreicherin 2011, 2013, 2014 und 2017 auf den Alben „Nothing’s Gonna Change“, „Emotion“, „The Best In You“ und „Good Old Time“ dem Smooth Jazz beziehungsweise den Grooves von New Orleans sowie dezentem Funk und Soul zu. Sie covert Stevie Wonders „Lately“ und Adeles „Rolling In The Deep“, wobei auf diesen in Österreich aufgenommenen Alben ihr Gesang nicht ganz so entspannt amerikanisch klingt wie auf den früheren, in den USA eingespielten. Den bunten Reigen ergänzen „He Good Life“ und „Ghost In This House“, die sie 2008 für das Album „Let’s Fall In Love“ mit ihrem Jazzquartett und dem Metropolitan String Quartet eingespielt hat.

Werner Stiefele, 30.11.2019



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Wenn man einmal die drei Künstlerpersönlichkeiten Nicolas Dautricourt, Pascal Schumacher und Knut Erik Sundquist gemeinsam auf der Bühne erlebt hat, dann vergisst man ihre abgefahrene, spielversessene Energie nicht so schnell wieder. Auch auf der neuesten CD des Trios – „Porgy and Bess Revisited“ – spürt man diese Experimentierfreude, aber auch die reiche Erfahrung und das unglaubliche Vertrauen in die gemeinsame Intuition, die die drei Musiker auf Violine, Kontrabass und Vibrafon […] mehr »


Top