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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



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Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonien Nr. 40 u. 41

Tafelmusik, Bruno Weil, Jeanne Lamon

deutsche harmonia mundi 82876895042
(68 Min., 6/2006 - 7/2006) 1 CD

Im Booklet seiner Neueinspielung der beiden letzten Mozart-Sinfonien trumpft Bruno Weil mächtig auf: Beim Vergleich der gedruckten Partitur mit dem Autograf der Jupiter-Sinfonie ist dem Dirigenten ein Schreibfehler in der Fagottstimme aufgefallen. 200 Jahre, so Weil, habe diese Stelle deshalb nach Debussy statt nach Mozart geklungen! Die Ausmerzung dieses marginalen Fehlers ist leider auch schon das einzig Bemerkenswerte an dieser Aufnahme: Im Wettbewerb mit einem von Minkowski bis Immerseel höchstkarätig besetzten Feld ziehen Weil und die kanadische Tafelmusik hoffnungslos den Kürzeren. Das liegt zum einen am rein spieltechnischen Niveau: Vor allem die Tafelmusik-Bläser klingen relativ monoton und zeigen - gerade im Vergleich zu den Kollegen von Immerseels Anima Eterna - kaum Initiativen zu fantasievoller, expressiver Phrasierung. Doch auch Weil tut wenig, um die Musik mit Ausdruck zu füllen: Schon ganz zu Beginn der "Jupiter"-Sinfonie versäumt er es, die satztragende Konfrontation zwischen dem mit Pauken und Trompeten installierten Kopfmotiv und der Antwort der Streicher aufzubauen. Erstaunlich spannungsarm, ja geradezu bieder (wenn auch mit allen Wiederholungen im zweiten und vierten Satz) wird auch die g-Moll-Sinfonie absolviert, Tonartenwechsel und überraschende Wendungen werden sorgfältig, aber ohne rhetorischen Impetus referiert. Trotz rascher Tempi stellt sich nie das Gefühl einer Dringlichkeit der Aussage ein - nur das von Routine.

Jörg Königsdorf, 24.11.2006



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