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Johann Sebastian Bach

Violinkonzerte

Kati Debretzeni, English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner

Soli Deo Gloria/harmonia mundi SDG732
(70 Min., 12/2018)

Weiterhin unterwegs im musikalischen Kosmos Johann Sebastian Bachs: Zusammen mit seiner langjährigen Konzertmeisterin Kati Debretzeni widmete sich John Eliot Gardiner nun den Violinkonzerten des Meisters. Freilich sind für Violine solo und Streicher nur zwei Concerti original überliefert, die bekannten Werke in a-Moll und in E-Dur. Darüber hinaus jedoch gibt es weitere Concerti, die in Leipziger Versionen mit Cembalo oder (verteilt über einige Kantaten) mit Orgel als Soloinstrument überliefert sind, aber eine verschollene Frühfassung für Violine vermuten lassen. Zwei dieser Stücke ergänzen das vorliegende Programm: Einerseits das Concerto in d-Moll (BWV 1052), andererseits dasjenige in D-Dur (BWV 1053). Letzteres hat Kati Debretzeni selbst transkribiert, bei ersterem hat sie an Wilfried Fischers Bearbeitung immerhin noch ein wenig Hand angelegt. In einem eigenen Beihefttext schildert Debretzeni ebenso sympathisch wie kompetent ihre Erfahrungen mit allen vier Konzerten.
Die „English Baroque Soloists“ spielen mit einer kleinen, aber nicht minimalen Besetzung: je drei Violinen sowie zwei Bratschen, zwei Celli und Bass im Tutti. Das recht homogene Ensemble ist in dieser Größe ideal, wenn man keinen ganz kammermusikalischen, sondern einen orchestralen Charakter schätzt, der aber stets leichtfüßig, transparent und flexibel daherkommt. Die Tempi sind nicht überhetzt, blanke Virtuosität wird nicht zu Markte getragen, stattdessen wird das entspannte kommunikative Miteinander zwischen Solo und Tutti in den Vordergrund gerückt. Die Stärke von Debretzenis nicht immer vollkommen makellosem Violinspiel ist ein warmer, geschmeidiger, gesanglicher Ton, den die Geigerin auf entwaffnend hingebungs-, ja liebevolle Art in den Dienst der Musik zu stellen versteht.

Michael Wersin, 28.12.2019



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