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Alexander Agricola, Josquin Desprez, Heinrich Isaac u. a.

Global Player Maximilian: Vokal- und Instrumentalwerke

Ensemble rosarum flores, Ilse Strauß, Wolfgang Praxmarer

Musikmuseum/Note 1 MMCD13042
(70 Min., 2/2019)

Laut seines Leibarztes war Kaiser Maximilian ein „einzigartiger Musikliebhaber“. Seine Passion spiegelte sich demnach immer auch in Darstellungen wider, die ihn im Kreise seiner Hofmusiker zeigten. Zudem hatte er in Innsbruck eine Hofkapelle, die von dem damals berühmten Komponisten Heinrich Isaac geleitet wurde. Und dass es Isaac 1484 war, der auf einem Lohnzettel als erster in der Musikgeschichte als „Komponist“ bezeichnet wurde, erfährt man nun ebenfalls im Booklet eines Albums, das ein großes Kapitel in der jahrhundertealten europäische Geschichte ungemein lebendig und vielseitig nacherzählt.
„Global Player Maximilian – Musikalisches Networking um 1500” hat das in Innsbruck beheimatete und von Ilse Strauß und Wolfgang Praxmarer geleitete Ensemble rosarum flores sein Programm getauft. Darin folgt man Kaiser Maximilian und seiner nicht weniger musikverliebten Familie in viele bedeutende Musikzentren nach. Ausgewählt hat man dafür aus der Feder damaliger Komponistenstars wie Ludwig Senfl, Pierre de la Rue und Walter Freye Tänze und Chansons, Motetten und sogar so manches Karnevalslied. Und über die reiche burgundische Kultur- und Klanglandschaft sowie einen Abstecher nach Florenz begegnet man dank eines Lobpreises von Josquin Desprez auch „Johanna von Kastillien“. Solch eine Klangreise fünf Jahrhunderte zurück zahlt sich aber nur aus, wenn dazu ein derartig kenntnisreiches, von einfühlsam bis pfiffig sich präsentierendes Musikerteam wie das Ensemble rosarum flores einlädt. Und einen besseren Reisebegleiter als das bereits erwähnte Booklet kann man sich nicht vorstellen.

Guido Fischer, 18.01.2020



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