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César Franck, Frédéric Chopin, Astor Piazzolla

Sonate A-Dur FWV 8, Introduction et Polonaise brillante op. 3 u. a.

Gautier Capuçon, Yuja Wang

Erato/Warner 9029539226
(79 Min., 4/2019)

Viele illustre Interpreten-Paare haben sich schon die César-Franck-Sonate in Violin- oder Cello-Version vorgenommen, mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Interessant: Der geigende Bruder des Cello-Solisten dieses Albums, Renaud Capuçon, ließ sich von seiner Begleiterin Khatia Buniatishvili 2014 zu einer Version ermutigen, in der immer wieder zügellose Leidenschaftlichkeit aufbrandet – in der Tradition von Martha Argerich und Itzhak Perlman etwa, die sich 1998 ähnlich verausgabten. Von Yuja Wang und Gautier Capuçon wäre, so könnte man vermuten, Ähnliches zu erwarten – aber sie liefern, vielleicht angeregt durch die gedecktere und wärmere Färbung des Violoncellos, eine wesentlich lyrischere Version, die natürlich wie die beiden anderen genannten Einspielungen grundsätzlich ebenso von der faszinierenden technischen Finesse der Interpreten lebt.
Dieser begegnet man vor allem auf pianistischer Seite bei Chopins „Introduction et Polonaise brillante“ – ein wenig bekanntes Stück, bei dem Chopin sich als umwerfend brillanter Komponisten-Virtuose präsentiert und das Cello eigentlich mehr oder weniger in den Schatten stellt.
Eine Wucht ist – nach der kompositorisch vergleichsweise braven Chopin-Sonate in g-Moll – dann der Piazzolla-Tango, den Wang und Capuçon auf ihrer Konzerttournee mit diesem Programm als Zugabe gespielt haben. Auch hinsichtlich der Ausgewogenheit zwischen Cello- und Klavierpräsenz darf dieses Stück als eine willkommene Abrundung des Programms gelten.

Michael Wersin, 07.03.2020



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