Dem belgischen Geigenvirtuosen und Komponisten Eugène Ysaÿe hat die Musik- und Violinwelt bekanntlich einen regelrechten Hit zu verdanken. Es sind die 1924 veröffentlichten sechs Sonaten für Violine solo, mit der er nicht nur dem großen Vorbild Bach auf höchstem Niveau seine Reverenz erwies. Doch der 1931 in Brüssel verstorbene Ysaÿe hat darüber hinaus noch zahlreiche Stücke geschrieben, die bis auf die „Poème élégiaque“ für Violine und Orchestra wenig gespielt werden. Nun wusste Monsieur natürlich, wo kompositorisch seine Grenzen liegen. Trotzdem lauscht man seinen zumeist tiefromantischen, oftmals auch die Hausgötter wie Johannes Brahms beschwörenden Konzerte und Kammermusikwerke mit äußerst großem Genuss. Aber auch herrliches Klangfarbenschimmern etwa in seiner Sonate für zwei Violinen lässt erahnen, was für ein großer Bewunderer er auch von Claude Debussy gewesen ist. Dementsprechend darf denn nun auch dessen Streichquartett in der durchweg hörenswerten Porträt-Box „A Tribute to Ysaÿe“ nicht fehlen. Schließlich hat Debussy diesen modernen Klassiker dem Kollegen Ysaÿe gewidmet. Eingespielt wurden die Werke auch der zwei weiteren Ysaÿe-Freunde César Franck und Guillaume Lekeu aber nicht nur von solchen prominenten Musikern wie dem Dirigenten Franҫois-Xavier Roth sowie Violinist Renaud Capuҫon. Im Zentrum stehen vor allem junge, durchweg hochtalentierte Studenten von der prestigeträchtigen Queen Music Elisabeth Chapel in Brüssel.

Guido Fischer, 07.03.2020



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