home

N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



Responsive image
Wolfgang Amadeus Mozart

Klaviersonaten KV 282, 331 u. 457, Fantasie KV 475

Evgeny Koroliov

Hänssler Profil/Naxos PH 06015
(72 Min., 10/2005, 1/2006 - 2/2006) 1 CD

Vor allem mit seinen Bachinterpretationen hat sich der in Hamburg lebende Russe und Heinrich-Neuhaus-Schüler Evgenji Koroljov in den letzten Jahren als einer der Erben der russischen Pianistentradition profiliert. Die Mischung aus innerer Ruhe, Klarsicht und Schönklang, die beispielsweise sein "Wohltemperiertes Klavier" auszeichnet, wendet der 58-Jährige nun auch auf Mozart an – leider ohne großen Erfolg. Zwar sorgt Koroljovs singender Ton schon in der frühen Es-Dur-Sonate für schöne, getragene Melodielinien, zwar ist Koroljovs (vorbildlich eingefangenes) Mozartbild weitgehend frei von willkürlichen Manierismen, aber das unerschütterliche Gleichmaß, mit dem Mozarts Musik hier bei getragenen Tempi abrollt, macht sein Spiel eben auch ziemlich langweilig. Spritzigkeit und Spielwitz sind seine Sache nicht, all die rhetorischen Kontraste und überraschenden Wendungen, die Mozarts Sonaten den Lebensatem der Spontaneität verleihen, serviert Koroljov kreuzbrav. Statt (wie beispielsweise Michael Endres in seiner Gesamteinspielung) durch Akzentuierungen der Begleitfiguren in der linken Hand eine Spannung zum melodischen Geschehen aufzubauen, degradiert Koroljov sie zur bloßen Füllmasse des Klangraums. Vergebens sucht man in der c-Moll-Fantasie theatralische Tragik, in den Variationen der berühmten A-Dur-Sonate den pianistischen Nachvollzug übersprudelnden Einfallsreichtums. Eine Einspielung, die angesichts der erdrückenden Konkurrenz wenig Chancen haben dürfte.

Jörg Königsdorf, 05.08.2007



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Auf Anregung seines Lehrers Carl Friedrich Zelter schrieb der blutjunge Felix Mendelssohn Bartholdy im Alter von 12 bis 14 Jahren zwölf Streichersinfonien im Zeitraum von 1821 bis 1823. Diese Werke bildeten sein Übungs- und Experimentierterrain für den musikalischen Satz, die Instrumentation und die sinfonische Form. Mendelssohn überschrieb die Stücke, die er mal mit drei und mal mit vier Sätzen gestaltete, wechselweise mit „Sinfonia“ oder „Sonata“. In ihnen fand die […] mehr


Abo

Top