home

N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



Responsive image
Alfonso Ferrabosco, William White, Claudio Monteverdi u. a.

„A Consortʼs Monument“ (Fantasien, Ayres & Tänze)

LʼAchéron, Franҫois Joubert-Caillet

Ricercar/Note 1 RIC413
(67 Min., 10/2019)

Bei der Kombination „England und Gambe“ kommen einem sofort Namen wie Orlando Gibbons, Thomas Morley und vor allem John Dowland in den Sinn. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts markierten sie mit ihren Werken für Gambenconsort die Spitze eines Repertoires, das ähnlich breit und facettenreich aufgestellt war wie das aufkommende, französische Gambenschaffen. Als aber nun 1676 ein gewisser Thomas Mace mit „A Musickʼs Monument“ eine theoretische Betrachtung der Gepflogenheiten des englischen Gambenspiels vorlegte und dabei auch die dafür wichtigsten Komponisten erwähnte, ignorierte er dieses Dreigestirn erstaunlicherweise völlig. Immerhin solche in der Gambenzunft beliebte Könner wie Christopher Simpson, William Lawes und John Jenkins listete Mace in seinem Traktat auf – und rundete die Reihe nicht allein mit bedeutenden, in England wirkenden Gambenkomponisten wie dem Italiener Alfonso Ferrabosco ab. Auch Claudio Monteverdi fand Erwähnung. Möglicherweise hatte Mace da die Bearbeitung eines Monteverdi-Madrigals für Gamben im Sinn, wie sie damals auf der Insel in Mode war. Und so fügt sich denn nun auch ein schwergebeugtes Lamento aus Monteverdis drittem Madrigalbuch perfekt in die Stimmungswelt ein, mit der das großartige französische, von Franҫois Joubert-Caillet angeführte Gambenkollektiv LʼAchéron Maces „A Musickʼs Monument“ mit musikalischem Leben füllt. Alle Werke, von Giovanni Coperario über John Ward bis hin zu Simpson & Co., wurden mit großem Feingefühl für die englischen Gepflogenheiten auf dem Spiel mehrerer Gamben ausgewählt und zusammengestellt. Und immer wieder gesellen sich auch eine Orgel und ein Cembalo allein oder gemeinsam hinzu – was den intimen Unterhaltungen und Gedankengängen jetzt eine zusätzliche Ausdrucksschicht verleiht, die bis ins spirituell Entrückte reicht.

Guido Fischer, 02.05.2020



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Zum Warmwerden: Von Tenören, die gerne auf der Rasierklinge zwischen Kunst und Kommerz reiten, ist es ja bekannt. Das aber auch Instrumentalisten „ihr“ Weihnachtsalbum aufnehmen, hat Seltenheitswert. Zumal, wenn es auch noch so glückt wie im Fall des Harfenisten Xavier de Maistre. Der verbindet gleich mehrere Programmideen. So ist dieses Album nämlich nicht nur Begleitmusik fürs Weihnachtszimmer, sondern auch eine Verneigung vor einem großen Kollegen unter den Konzertharfenisten, […] mehr


Abo

Top