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Antoine Boesset, Pierre Guédron, Étienne Moulinié, Louis XIII u. a.

„Les Plaisirs du Louvre“ (Airs de cour für die Gemächer Ludwigs XIII.)

Ensemble Correspondances, Sébastian Daucé

harmonia mundi HMM 905320
(81 Min., 7/2019)

Die Liebe zum Tanz, zum Ballett hatte Ludwig XIV. ohne Zweifel von seinem Vater geerbt. Immerhin war dieser nicht nur Erbauer des ersten Schlosses in Versailles, sondern zudem Sänger, Lautenspieler und wohl auch Komponist eines Balletts, bei dem Monsieur höchstselbst kunstvoll in die Lüfte hinaufgestiegen sein muss. „Ballet de la Merlaison“ lautet sein 1635 komponiertes Stück, aus dem der unermüdlich nach französischen Barocktrouvaillen forschende Dirigent Sébastien Daucé mit seinem Ensemble Correspondances nun den kurzen Satz „Les Gascons“ präsentiert. Dieser Satz findet sich in dem Programm „Les Plaisirs du Louvre“, bei dem neben so manchen Instrumentalstücken von königlichen Komponisten wie Jacques Champion de Chambonnières aber vor allem zahlreiche Airs de cour zu hören sind. Es ist diese typisch französische, weltliche und oftmals nur von einer Laute begleitete Liedkunst, die dank des Höchstmaßes an Ausdruck und Eleganz in Paris und später dann auch in Versailles en vogue war. Und auch wenn sogar Louis XIII. manche Airs zu verdanken sind, stehen nun mit Antoine Boesset, Pierre Guédron und Étienne Moulinié die wahren Könner ihres Fachs im Mittelpunkt dieser vokalen Schatzkiste. So manche dieser handverlesenen Air-Perlen finden sich bereits auf den Alben, die Daucés Kollege Vincent Dumestre vor knapp 20 Jahren mit seinem Ensemble Le Poème Harmonique zu diesem Repertoire präsentiert hatte. Bislang glaubte man fest, dass niemand an die intime Herrlichkeit in den Airs de cour von Boesset & Co. herankommen würde, mit der damals Dumestre & Co. begeisterten. Doch Sebastien Daucé, dieser geistvolle wie einfühlsame Spiritus Rector der Alten Musik, hat es mit seinem formidablen Gesangsteam wieder einmal geschafft, das hochgesteckte Ziel noch zu übertreffen. Und so lauscht man einfach nur gebannt und völlig betört all diesen feinen musikalischen Zauber- und Liebeswelten. Formidable!

Guido Fischer, 23.05.2020



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