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Salomone Rossi, Dario Castello, Tarquinio Merula, Giovanni Battista Vitali, Claudio Monteverdi u. a.

„Discovery of Passion“ (Kammermusik)

Dorothee Oberlinger, Dmitry Sinkovsky, Ensemble 1700

dhm/Sony 19439711162
(75 Min., 10/2019)

In schöner Regelmäßigkeit gebiert Dorothee Oberlinger ein musikalisches Baby nach dem anderen. Meist mit dem eigenen Ensemble 1700 und ein paar Gastkünstlern, der tönenden Abwechslung wegen, damit es nicht allzu einhellig fiepst. Der gegenwärtige Blockflöten-Boom muss eben gemolken werden. „Discovery of Passion“ heißt diesmal ihr bis fast zum Spielzeitlimit gefülltes musikalisches Füllhorn, das freilich gar nicht englisch klingende frühbarocke Köstlichkeiten von der italienischen Art enthält. Der austauschbare Titel könnte allerdings auch von der crazy Sopran-Queen Simone Kermes stammen, doch die würde sich wirklich leidenschaftlich ins Zeug legen. Bei La Oberlinger geht es gesittet zu, man schlägt musikalisch und temperamentsmäßig nie über die Stränge. Und so offeriert sie hier ein dann doch spätestens ab der Hälfte des zu Hörenden ziemlich fade mundendes Schälchen Italo-Spezereien, rund um die zentrale Monteverdi-Praline arrangiert von vorwiegend in Venedig wirkenden Kleinmeistern wie Michelangelo Rossi, Tarquinio Merula, Giovanni Battista Fontana, Francesco Rognioni oder Giovanni Spadi. Alles ganz nette Entdeckungen eines beginnenden deklamatorischen Stils, aber nicht wirklich zwingend. Auch der geigende Countertenor (oder ist er ein counternder Geiger?) Dmitry Sinkovsky, Cellist Marco Testori, Lautenspieler Luca Pianca und Cembalist Jeremy Joseph leisten dabei durchaus schöne Klangbeiträge. Und Dorothee Oberlinger trillert und tiriliert ja sowieso wonniglich – aber irgendwie springt diesmal der Götterfunke einfach nicht über.

Matthias Siehler, 30.05.2020



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