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Carl Philipp Emanuel Bach, Carl Friedrich Abel

Sonaten für Viola da Gamba und B.c. Wq 136 und 137, Trio für Viola da Gamba und obligates Klavier Wq 88, Adagio und Postlude für Viola da Gamba solo

Friederike Heumann, Dirk Börner, Gaetano Nasillo

Alpha/Note 1 ALP 80
(65 Min., 03/2004) 1 CD

Mit großen, langen Seufzern aus tiefer melancholischer Brust singt die Viola da Gamba ihren Schwanengesang - kam sie doch, als Carl Philipp Emmanuel seine Sonaten schrieb, langsam aus der Mode. Und der Cristofori-Flügel mit seinem dunklen gedeckten Klang, der ebenfalls zur Mitte des 18. Jahrhunderts durch den brillanteren und kräftigeren Ton der neueren Hammerklaviere abgelöst werden sollte, schwingt sympathetisch mit der wehmütigen alten Dame mit. Wie psychologisch genau sie aber beim Trauern in sich hineinhorchen, wie feinsinnig sie den Verästelungen ihrer dunklen Gefühle nachspüren, ist alles andere als bloß nostalgisch: solche Töne waren neu und von diesen beiden Instrumenten zuvor noch nie gehört worden. Die Romantik hat dann Emotionen wie diese nach außen gekehrt, sie mit präziserer Mechanik in die ferneren Winkel größerer Konzertsäle geworfen. Und sie hat mit der aristokratischen Verzierungskunst aufgeräumt, für welche die Mechanik des alten Flügels bei allen Defiziten unvergleichlich gut geeignet ist (und die sich hier so wunderbar mit den feinen Arabesken und Bebungen der Gambe verbindet). Den fühlenden Menschen aber konnten auch die Romantiker nicht wahrer darstellen als der Bachsohn, der zwischen Tradition und Moderne, revolutionärem Aufbruch und barockem Elternhaus vermittelte. Und weil das so ist, haben Friederike Heumann, Dirk Börner und Gaetano Nasillo mit ihrem glücklich getroffenen interpretatorischen Blickwinkel und der dazu passenden klugen Auswahl der Instrumente nicht nur ein traumhaft lebendiges Portrait der schwierigen Gambenwerke von Carl Philipp Emmanuel Bach geschaffen, sondern auch des Komponisten selbst.

Carsten Niemann, 01.01.1970



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