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Henry Purcell, John Blow, Henry Eccles, Godfrey Finger u. a.

„Ballads within a dream“

Hille Perl, Andreas Arend, Clare Wilkinson, Veronika Skuplik

dhm/Sony 19075982082
(66 Min., 4/2019)

Im Barockfach gibt es längst ein Äquivalent zum opulenten, sorglos zu genießenden Coffee Table Book als Form der makellosen Unterhaltung: die thematisch unterlegte Sammlung quer durch den Komponistengarten, mit raren wie beliebten Titeln, mit einem prominent gespielten Führungsinstrument, samt Minibegleittruppe, gern auch mit einer Singstimme dabei. Nach dieser eigentlich unfehlbaren Mischung hat der Lautenist Andreas Arend um die Frontfrau, die Gambenlady Hille Perl, „Ballads within a dream“ zusammengestellt – „Balladen in einem Traum“, locker inspiriert (mal wieder) von einem der berühmtesten wie künstlerisch folgenreichsten Shakespeare-Stücke, dem „Midsummer Night’s Dream“. Glanz und Gloria des elisabethanischen Zeitalters wird hier einmal mehr in 66 Minuten und auf intensiv intime Weise beschworen. Mit Clare Wilkinson (Sopran) und Veronika Skuplik (Violine) fügt sich das zu einem so magischen wie unterhaltsamen Panorama englischer Barockmusik. Anonyme Hits wie „Greensleeves“ treffen auf „Black is the colour of my true love’s hair“, Lauten-Saltarelli wechseln sich mit kurzen Gesängen und Instrumentalstücken ab, Topkomponisten wie John Blow oder Henry Purcell treffen auf altehrwürdige Folklore. Die Stimmung ist zwielichtig, mal heiter, mal nachdenklich, verliert sich im Dickicht der Liebe. Zwei große Gambensonaten von Godfrey Finger und Henry Eccles lassen die Saitenkünste von Hille Perl funkeln. Trotzdem bleibt nach dem in drei Gängen servierten Musikmenü ein wenig der Geschmack der Konfektion zurück, eines bewährt zusammengesuchten, aber auch nicht mehr wirklich neuen, aufregenden Mix.

Matthias Siehler, 01.08.2020



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