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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



Der Ruhm, den der in der Nähe von Ingolstadt gebürtige Komponist Johann Simon Mayr Anfang des 19. Jahrhunderts im Opernland Italien mit seinen Musiktheaterwerken genossen hat, er mutet noch heute märchenhaft an. Doch inzwischen lässt sich das nachhaltig überprüfen, denn das reiche Œuvre des dort als Giovanni Simone eingebürgerten, später aber nur noch als hochgeschätzter Lehrer Gaetano Donizettis bekannten Mayrs liegt längst in üppiger, sich stetig vermehrender CD-Ernte vor. „Schuld“ daran hat natürlich vor allem Franz Hauk, der stets im Verein mit Live-Aufführungen mit Neuentdeckungen und Ausgrabungen aufzuwarten weiß. Als 24. Folge allein bei Naxos kann man jetzt den 1814 an der Scala uraufgeführte Zweiakter „Le due duchesse“ genießen. Für den hat nicht nur der berühmte Felice Romani das Libretto geschrieben, es handelt sich auch um eine der damals so beliebten Semiserias, dramatischen Verwechslungs- und Liebesgeschichten mit komischen Personen – hier der Jagdverwalter Berto, den Samuel Hasselhorn mit baritonaler Buffa-Verve singt. Im Concerto de Bassus klappern vor allem die auf historischen Instrumenten spielenden Bläser bisweilen hinterher, doch der Entdeckerfreude tut das keinen Abbruch. Ein engagiertes Ensemble wuselt sich durch die Irrgärten dieser vergnüglichen britischen Mittelalter-Story samt Ritterchören und Troubadour-Nummern, wo wieder mal die Zofe für die Herrin herhalten muss, ein verliebter Herzog seinen König austrickst und dessen anvisierte Braut selbst heiratet sowie 101 erlegte Wölfe als Zwangsabgabe zu leisten sind – worauf der Untertitel „La caccia dei lupi“ anspielt.

Matthias Siehler, 15.08.2020



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