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Ludwig van Beethoven

Klavierkonzert Nr. 4, Ouvertüren „Coriolan“ & „Die Geschöpfe des Prometheus“

Kristian Bezuidenhout, Freiburger Barockorchester, Pablo Heras-Casado

harmonia mundi HMM 902413
(46 Min., 12/2017)

Wie von einer Wunderharfe gespielt erklingt da ein erstes Arpeggio gleich zu Beginn des Eröffnungssatzes von Ludwig van Beethovens 4. Klavierkonzert. Ein Arpeggio? Wo bitte steht das in der Partitur? Historisch korrekt gespielt ist das aber nicht, könnte man direkt dieser Musikantengemeinschaft vorhalten, die sich ja auf den Originalklang spezialisiert hat. Aber was für ein geradezu märchenhafter, auch vielversprechender Einstieg ist diese musikalische Geste doch! Zumal die von Kristian Bezuidenhout ausgewählte, 1989 gebaute Kopie eines Graf-Flügels von 1824 sanft und innig klingt. Leider nun hält dieses Instrument im Laufe des 1. Satzes nicht das, was man sich erhofft hat. Erstaunlicherweise hört sich der Flügel doch ungemein hölzern, körperlos und resonanzarm an; hat man nicht selten den Eindruck, als ob Bezuidenhout hier eher ein Perkussionsinstrument spielen würde. Wenig plausibel scheint einem dadurch wieder die Aufführung auf rekonstruierten Flügeln aus der Entstehungszeit der eingespielten Kompositionen. Doch sobald Bezuidenhout das Tempo rausnehmen muss, wie im langsamen Satz, kann er plötzlich seinen nunmehr wie verwandelt aufblühenden Flügel unerwartet singen und atmen lassen. Das ist dann wieder historische Aufführungspraxis vom Feinsten. Zur Seite steht Bezuidenhout mit dem von Pablo Heras-Casado geleiteten Freiburger Barockorchester eine von vielen Produktionen und Konzerten her vertraute Mannschaft. Doch nicht nur beim 4. Klavierkonzert schlägt sie eine eher robuste und forsche Gangart an, die wenig Nuancen zulässt. Auch bei den beiden Ouvertüren zu „Coriolan“ und „Die Geschöpfe des Prometheus“, die das Klavierkonzert einrahmen, trifft das zu – wenngleich es immerhin bei der „Prometheus“-Ouvertüre so manche Momente gibt, in denen sich aus dem Dauer-Furioso magische Einzelstimmen herausschälen, die man so noch nie erlebt hat.

Guido Fischer, 05.09.2020



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