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Georg Friedrich Händel

Concerti grossi, op. 3

Akademie für Alte Musik Berlin, Georg Kallweit

Pentatone/Naxos PTC5186776
(54 Min., 5/2019) SACD

Es ist vollbracht! Die nach wie vor auch am CD-Markt bienenfleißige Berliner Akademie für Alte Musik hat letztes Jahr begonnen, in zwei Folgen und unter ihrem Konzertmeister Bernhard Forck Georg Friedrich Händels Concerti grossi op. 6 einzuspielen – Kernrepertoire eines jeden Barockorchesters, das von Zeit zu Zeit auf den akustischen Prüfstand muss. Dem folgten jetzt als Komplettierung die unter der Opuszahl 3 zusammengefassten restlichen sechs Concerti grossi Händels als Gipfelpunkt gehobener Unterhaltungsmusik. Diesmal saß der Konzertmeister Georg Kallweit am ersten Pult und gab auch die dirigentischen Impulse. Ursprünglich als attraktive Zwischenspiele für seine englischen Oratorien konzipiert, begeistern Händels Concerti nach wie vor durch ihre melodische Frische und den vor Eleganz sprühenden Witz. Was sich aber bei der Umsetzung in dieser dritten Folge etwas in Grenzen hält. Immer wieder flacht die Spannung ab, hängt der Esprit durch. Bisweilen wirkt es, als würde hier eine Pflichtübung zu Ende exerziert. Da waren die beiden Vorgängeralben deutlich strahlender, brillanter und rhetorisch überzeugender. Der Patchwork-Charakter der später von Verlegern wie ein Mosaik zusammengestückelten Werke wird so noch offensichtlicher. Doch in dem bunten Vielerlei gibt es auch Lichtblicke, etwa wenn die Blockflöten von Anna Fusek und Karin Gemeinhardt zart lasierend hinzukommen, Xenia Löffler und Michael Bosch an der Oboe brillieren oder im sechsten Konzert Clemens Flick an der Orgel loslegen darf. Dann funkelt und perlt es, dann hat es das gewohnte AkaMus-Niveau, das solch adrette Kleinigkeiten auszeichnet und veredelt.

Matthias Siehler, 05.09.2020



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