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Carl Nielsen, Magnus Lindberg

Klarinettenkonzerte u. a.

Sebastian Manz, Deutsche Radio Philharmonie, Dominik Beykirch, Magnus Lindberg

Berlin Classics/Edel 0301351BC
(61 Min., 6 & 10/2019)

Der Finne Magnus Lindberg dürfte sicherlich aktuell zu den gefragtesten Komponisten von Solo-Konzerten gehören. Was nicht verwundert. Denn Lindbergs Klangsprache spiegelt mit ihren auch oftmals klaren Linien eine Vertrautheit mit der Tradition wider. Ein Neo-Romantiker ist Lindberg deshalb noch lange nicht. Zumal es eben auch in seinen Konzerten wie dem für Klarinette und Orchester subversiv gespenstisch, gehetzt und verwinkelt zugehen kann. Besitzen aber selbst solche Passagen ihre unmittelbaren Reize, outet sich Lindberg nun selbst da als ein dem Erbe verpflichteter Komponist, wo er Platz für eine Solo-Kadenz einräumt, in der sich Sebastian Manz nach Herzenslust kreativ verwirklichen darf. Und Manz nimmt sich drei Minuten Zeit, um seine Klarinette in eine irrwitzige Geräuschmaschine zu verwandeln, bei der so manch gellende Ausbrüche an das legendäre Intro von Gershwins „Rhapsody in Blue“ erinnern. Überhaupt befindet sich Manz in Höchstform und formidabelster Spiellaune. Nicht nur in dem dreisätzigen, zum Schluss mächtig ausgebeulten Lindberg-Konzert, bei dem der Komponist die Deutsche Radio Philharmonie leitet. Ebenfalls in dem 1928 entstandenen, mal burlesk, mal volkstümlich aufgeladenen Klarinettenkonzert des Dänen Carl Nielsen kennt Manz keine Hürden. Den Einstieg in diese skandinavische Klarinetten-Moderne bildet übrigens mit der „Serenata in vano“ ein Gelegenheitsstück von Nielsen. Es ist ein Quintett für Klarinette, Fagott, Horn, Violoncello und Kontrabass, das mit seiner jüdischen Schlagseite glatt auch als Schostakowitsch durchgehen könnte.

Guido Fischer, 19.09.2020



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