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Carl Philipp Emanuel Bach

Sonaten und Rondos

Christopher Hinterhuber

Naxos 8.55 7450
(64 Min., 03/2004) 1 CD

Seine Hände waren in dem Film "Die Klavierspielerin" zu sehen, doch verdient auch der ganze Künstler Christopher Hinterhuber längst eigenständige Bekanntheit. Aufhorchen lässt schon allein das anspruchsvolle Repertoire, das der 1973 geborene österreichische Pianist für seine jüngste CD-Produktion auswählte - schließlich ist Carl Philipp Emanuel Bach nicht ohne Grund einer der unter Pianisten unbeliebteste der großen Klavierkomponisten: Unbequem sitzt er zwischen den Stühlen der Epochen, zu emotional für ein abstrahierendes Spiel auf dem modernen Flügel und bei der Wiedergabe seiner durchsichtigen Texturen dann doch wieder überempfindlich auf jede Überbetonung reagierend. Hinterhuber jedoch hat einen überzeugenden eigenen Weg zum Originalgenie gefunden. Er nähert sich dem zweitältesten Bachsohn stilistisch von Domenico Scarlatti, anschlagstechnisch inspiriert von Cembalo und frühem Fortepiano. Wie der Tatzenhieb einer Raubkatze (kräftig und elegant) wirken die stets deutlich von einander separierten, oft rasend schnellen Töne. Hinterhuber phrasiert klar und trotz lauernden Temperaments fast ein wenig nüchtern, mit auffallend großer Aufmerksamkeit für die gerne übersehenen Basslinien; er lässt die Emotionen neben der Dezidiertheit des Anschlags vor allem durch kluge Kontraste sprechen: so zwischen sinnendem, leuchtenden Piano und kristallkaltem Forte und einer Fülle feiner Echowirkungen, oder der Gegenüberstellung von extrem schnellen Spielfiguren und sprechendem Gesang. Nicht unbedingt eine Charmeoffensive - aber ein aufregendes Fest für den fühlenden Geist.

Carsten Niemann



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