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Leoš Janáček

„Das Schlaue Füchslein“, Sinfonietta

Lucy Crowe, Gerald Finley, Sophia Burgos, Paulina Malefane, Peter Hoare, Jan Martiník, Hanno Müller-Brachmann, Paní Pásková, Anna Lapkovskaja, London Symphony Orchestra, Simon Rattle u. a.

LSO live/Note 1 LSO0850
(121 Min., 9/2018, 6/2019) 2 SACDs CDs

Simon Rattle hätte gute Möglichkeiten, bei Manufaktum Mitarbeiter des Monats zu werden. Denn auch für ihn gilt längst das Motto: „Es gibt sie noch, die guten Dinge“. Und die vertieft und wiederholt man möglichst, so wie es nicht wenige alternde Dirigenten tun. Die bewährten Rezepturen werden einfach noch einmal vorgenommen, auf welchen neuen Chefposten es einen eben gerade verschlägt. So kommen Kennern der Berliner Philharmoniker die durch die LSO-Aufnahmen des London Symphony Orchestra verbreiteten Konzertprogramme Sir Simons von der Themse doch sehr bekannt vor. Leoš Janáček zählt verdientermaßen zu seinen Lieblingskomponisten, dessen auch an der Spree gegebenes „Schlaues Füchslein“ zu seinen Lieblingsopern. Schon 1990 hat er dieses wunderbare, völlig unsentimentale und eigentlich überhaupt nicht kindergerechte, von tierischem Leben und Vergehen handelnde, Allzumenschliches meinende tschechische Waldweben erstmals eingespielt – auf Englisch. Jetzt folgt die technisch bessere Zweitaufnahme in Originalsprache – samt der Spannung einer konzertanten Aufführung. Das glüht und bebt, hat gar keine altersweise Milde, sondern poetisch geschärfte Spannkraft. Bewährte und von Rattle präferierte vokale Mitstreiter singen im üppigen Ensemble, an der Spitze die silbrige Lucy Crowe (Füchslein) und der geschmeidig wohltimbrierter Gerald Finley (Förster). Dazu Sophia Burgos, Paulina Malefane, Peter Hoare, Jan Martiník, Hanno Müller-Brachmann und viele andere. Als temperamentsatten, bläserlastigen Rausschmeißer gibt es zudem die mitreißende Sinfonietta.

Matthias Siehler, 24.10.2020



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