„Die Welt auf dem Mond“, die in Wirklichkeit nur eine ziemlich irdische Scharade ist, die einem gutgläubigen und reichen Alten vorgespielt wird, das war eine der erfolgreichsten Komödien Carlo Goldonis. Und die fand ihren Weg auch auf die Opernbühne. Am bekanntesten ist heute die Version von Joseph Haydn, aber auch viele andere Komponisten wie Galuppi, Gassmann, Piccinni und Paisiello haben sich daran versucht. Auch Pedro António Avondano (1714–1782), Sohn eines genuesischen Vaters und einer französischen Mutter, ab 1754 bis zu seinem Tod Violinist am portugiesischen Hof.
„Il mondo della luna“, seine einzige, natürlich italienisch gesungene Oper, entstand 1765, 12 Jahre vor dem Haydn-Opus, und ist ähnlich situationskomisch und melodisch überfließend in ihren quicken, beweglichen Buffa-Nummern. Erzählt wird vom neureich-starrsinnigen Buona Fede, der die Heirat seiner Töchter Clarice und Flaminia mit dem gewitzten Pseudo-Astronomen Ecclitico und dessen Kumpel Ernesto verhindert. Schließlich sind die Mädels für Besseres reserviert. Doch nachdem er per Schlaftrunk vor den angeblichen Mondkaiser geschleppt wird, besinnt er sich und die Doppelhochzeit kann stattfinden.
Schon 2017 wurde das mit einem versatilen portugiesischen Ensemble eingespielt. Fernando Guimarães (Ecclitico), Luís Rodrigues (Buona Fede), João Pedro Cabral (Ernesto), João Fernandes (Cecco), Susana Gaspar (Clarice), Carla Caramujo (Flaminia) und Carla Simões (Lisetta) hört man als plastisch getroffene Charaktere gern zu. Das Originalklangensemble Os Músicos do Tejo unter der beschwingten Leitung von Marcos Magalhães und der Coro di scolari e cavalieri bieten feine Instrumental- wie Vokalwürze.

Matthias Siehler, 14.11.2020



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